Steuer 2018

So wappnen Sie sich für das Steuerjahr 2018

Steuerzahler müssen nicht erst eine Steuererklärung machen, um den einen oder anderen Euro mehr in der Tasche zu haben.

19 Prozent Mehrwertsteuer - damit lässt sich regelmäßig Geld sparen, wenn man weiß, wie.

19 Prozent Mehrwertsteuer - damit lässt sich regelmäßig Geld sparen, wenn man weiß, wie.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Durch die geschickte Kombination von Steuerklassen oder Lohnsteuerfreibeträgen lässt sich die Steuerlast schon im laufenden Jahr reduzieren.

Steuerklassen Singles sind in Steuerklasse I eingestuft, Alleinerziehende beantragen Klasse II. Deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten haben hingegen Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften. Entweder behalten sie die Kombination IV/IV, in die sie automatisch nach der Heirat eingestuft werden, oder sie wählen III/V oder jeweils IV mit Faktor. „Durch eine geschickte Kombination können sich Paare eine höhere monatliche Auszahlung sichern“, sagt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer beim Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine. Falsch machen kann man dabei eigentlich nichts, denn abgerechnet wird mit der Steuererklärung. Dann erhalten sie zu viel einbehaltene Steuer zurück oder zahlen nach.

Anders sieht es aus, wenn einer der Ehepartner Lohnersatzleistungen erhält oder erhalten wird. Dazu zählt etwa Arbeitslosengeld I, Kurzarbeiter- oder Elterngeld. Denn die Höhe dieser Leistungen richtet sich nach der Höhe des Nettolohns. Das bedeutet, dass diese bei Steuerklasse III besonders hoch, in Klasse V hingegen entsprechend niedrig ausfallen. Daher kann es sinnvoll sein, eine an sich unlogische Steuerklassenkombination zu wählen. Also der Geringverdiener Klasse III, der Besserverdiener Klasse V. Dann fällt beispielsweise das Elterngeld deutlich höher aus, die zu viel gezahlte Steuer holt sich das Ehepaar über die Steuererklärung zurück. Allzu viel Zeit können sich Betroffene mit der steuerlichen Gestaltung allerdings nicht lassen. Beim Elterngeld muss spätestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes die Steuerklasse stehen.

Verdienen beide Partner ungefähr gleich viel, bietet sich die Steuerklassen-Kombination IV-IV an. III/V ist von Vorteil, wenn einer der Partner deutlich mehr verdient. „Bei dieser Kombination kommt es allerdings häufig zu Steuernachzahlungen“, sagt Rauhöft. Wer sich diesem Risiko nicht aussetzen möchte, kann auch die Kombination IV mit Faktor wählen. In diesem Fall werden die tatsächlich fälligen Steuern abgezogen – Erstattungen oder Nachzahlungen fallen entsprechend gering aus. Steuerzahler können ihre Steuerklasse bis zum 30. November einmal im Jahr wechseln.

Freibeträge Wer schon heute weiß, dass er im laufenden Jahr etliche Aufwendungen für Handwerker, Fensterputzer oder Haushaltshilfen hat, kann sich einen Freibetrag eintragen lassen – und zwar ab dem ersten Euro. Bei Handwerkern sind dies bis zu 4800 Euro. Bei haushaltsnahen Dienstleistungen richtet sich die Höhe des Freibetrags danach, in welcher Form die Hilfe im Haushalt beschäftigt ist.

Bei einer geringfügigen Beschäftigung akzeptieren die Finanzämter 2040 Euro, bei sozialversicherungspflichtig Angestellten und Selbstständigen 16.000 Euro. Dabei müssen die Ausgaben glaubhaft nachgewiesen werden. Schummeln hilft ohnehin nicht. „Wer sich Freibeträge eintragen lässt, ist auch verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen“, sagt Steuerberater Christian Herold von Steuerrat24.de. War der eingetragene Freibetrag zu hoch, müssen Steuern nachgezahlt werden.

Wollen sich Steuerzahler jenseits der Handwerkerkosten und haushaltsnahen Dienstleistungen Freibeträge eintragen lassen, müssen sie mit ihren Ausgaben zunächst eine Hürde von 600 Euro überspringen – und zwar nach Abzug der entsprechenden Pauschbeträge. Bei Werbungskosten müssen Steuerzahler Ausgaben von mindestens 1600 Euro, bei Sonderausgaben von mindestens 636 beziehungsweise 672 Euro nachweisen. Bei außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art müssen die Ausgaben außerdem die zumutbare Belastung entsprechend übersteigen. „Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, tragen die Finanzämter einen Freibetrag ein“, sagt Steuerexperte Rauhöft. Der „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung“ muss bis zum 30. November 2018 vorliegen. Das entsprechende Formular erhalten Steuerzahler im Internet (https://www.formulare-bfinv.de/).

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