Altersvorsorge

Rentenbescheide werden kürzer und besser verständlich

Rentenbescheide gleichen bürokratischen Monstern. Die Deutsche Rentenversicherung will das laut einem Bericht nun gründlich ändern.

Rentenbescheide mit bis zu 150 Seiten waren bislang für viele Ruheständler kaum zu bewältigen. Die Deutsche Rentenversicherung hat sich nun an Reformen gemacht.

Rentenbescheide mit bis zu 150 Seiten waren bislang für viele Ruheständler kaum zu bewältigen. Die Deutsche Rentenversicherung hat sich nun an Reformen gemacht.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Berlin.  Bis zu 150 Seiten lang, komplizierte Berechnungen, für Laien schwer verständliche Formulierungen: Bislang waren Rentenbescheide wahre Bürokratiemonster – und für den durchschnittlichen Empfänger kaum nachvollziehbar. Doch nach dem Willen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) soll sich das nun ändern, und zwar schon sehr bald. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Die im großem Umfang geplanten Reformen setzen demnach an mehreren Punkten an. Zum einen sollen die mit komplexen Berechnungen zur Rente gefüllten Anlagen bis Ende März verschwinden. Allein das ist schon eine Erleichterung, denn ein Rentenbescheid konnte bislang bis zu 21 Anlagen enthalten.

Sätze gekürzt, Fachbegriffe erklärt

Um bei aller Korrektheit trotzdem zu einer möglichst großen Vereinfachung zu gelangen, ließ sich die DRV von Experten des Instituts für Verwaltungskommunikation an der Verwaltungshochschule Speyer beraten. Die insgesamt etwa 10.000 Textbausteine der Bescheide wurden sprachlich modifiziert, Sätze gekürzt, Fachbegriffe erklärt.

Die für den Empfänger sicher relevantesten Informationen zu den wichtigen Beiträgen und der Rentenhöhe stehen gleich auf der ersten Seite. Und: Künftig gibt es ein kommentiertes Inhaltsverzeichnis.

Aus 18 Seiten werden zwölf

Den Basisbescheid selbst, den jeder Bürger mit dem ersten Bezug einer gesetzlichen Rente erhält, hatte der DRV schon in der Vergangenheit nach und nach einfacher gestaltet. Das heißt: verständlicher, persönlicher und vor allem wesentlich knapper. Aus 18 Seiten werden Ende März zwölf.

Die gesamte Reform will die DRV im Laufe des kommenden Jahres beendet haben. Viel Arbeit, immerhin verschickt die Berliner Behörde pro Jahr rund 1,35 Millionen Bescheide und muss streng darauf achten, dass ihr dabei keine juristischen Patzer unterlaufen.

Für Bürger, nicht für Juristen

Mit dem Ergebnis zeigt sich die Deutsche Rentenversicherung zufrieden. „Der Bescheid richtet sich jetzt mehr an Bürger statt an Juristen, aber natürlich so, dass er auch von Richtern grünes Licht erhält und justiziabel bleibt“, sagte ein DRV-Sprecher der „Süddeutschen Zeitung“. Die Meinung der Empfänger bleibt abzuwarten. (nsa)