Wirtschaft

Die Airline-Pleite und ihre Folgen

Insolvenz Deutschlands einst zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin ist seit August vergangenen Jahres zahlungsunfähig. Zunächst finanzierte die Bundesregierung mit einem Hilfskredit in Höhe von 150 Millionen Euro den weiteren Flugbetrieb. Der letzte Air-Berlin-Flieger landete am 27. Oktober 2017 am Flughafen Tegel.

Verfahren Das Amtsgericht Charlottenburg bestellte den Rechtsanwalt Lucas Flöther zum Insolvenzverwalter. Dieser soll dafür sorgen, dass die rund eine Million Air-Berlin-Gläubiger möglichst viel von ihrem Geld zurückbekommen. Noch sind die Kassen der Airline leer. Zwar konnte Flöther Teile von Air Berlin an die Lufthansa, Easyjet, den Reisekonzern Thomas Cook sowie die Investoren Laudamotion, Nayak und Zeitfracht verkaufen. Doch selbst die Bundesregierung erhielt von ihrem Kredit erst 61 Millionen Euro zurück.

Folgen Der Lufthansa-Konzern kann nach der Air-Berlin-Pleite seine Vormachtstellung auf dem deutschen Flugmarkt weiter ausbauen: Der Marktanteil der Kranich-Airline und ihrer Billigtochter Eurowings steigt nach einer Analyse des Deutschen Zen­trums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bei den innerdeutschen Flügen von 70 auf 87 Prozent. Von den 122 Inlandsstrecken werden nur zehn im Wettbewerb von mehreren Gesellschaften angeboten, teilte die DLR mit.

Konkurrenz Nummer zwei in Deutschland wird künftig die britische Billigfluggesellschaft Easyjet sein, die seit Januar von Tegel aus innerdeutsche Flüge anbietet. Sie erreicht voraussichtlich einen Marktanteil von acht Prozent. Ein Jahr zuvor hatte Air Berlin noch gut 25 Prozent der deutschen Routen bedient.