Rassismus-Debatte

So reagiert H&M auf Ärger um schwarzes Kind im Affen-Pulli

Die Debatte um einen schwarzen Jungen und einen Affen-Pulli bringt H&M in Bedrängnis. Das Unternehmen sah sich genötigt zu reagieren.

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Berlin.  Nach Rassismus-Vorwürfen gegen H&M hat sich der Konzern nun entschuldigt. Man verstehe, dass das Foto von dem dunkelhäutigen Jungen im Pullover mit dem Affen-Spruch viele Menschen verärgert habe. „Wir bereuen zutiefst, dass das Bild ausgewählt wurde und bedauern den aufgedruckten Spruch“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Aufgrund öffentlicher Kritik im Netz hatte H&M das strittige Werbefoto bereits aus seinem Angebot entfernt. Jetzt räumte das Unternehmen zudem ein, das betreffende Kleidungsstück komplett aus dem Sortiment genommen zu haben.

Schwarzer Junge trug Pullover mit Affen-Spruch

Der Konzern gab außerdem an, dass man den Fall genauer untersuchen wolle, um künftig ähnliche Fehler zu vermeiden. „Es ist offensichtlich, dass unsere Vorgaben nicht richtig befolgt wurden.“

In seinem britischen Internetshop hatte das Unternehmen einen Kapuzenpullover mit Affenspruch angeboten, der von einem schwarzen Kind präsentiert worden war. Dabei sorgte der aufgedruckte Spruch „Coolest monkey in the jungle“, tollster Affe im Dschungel, für Ärger. Im Netz wurde kritisiert, dass in diesem Zusammenhang der Begriff „Affe“ als Beleidigung für schwarze Menschen verstanden werden könnte.

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Die Debatte wurde zudem angeheizt, weil in der Kollektion zwei weitere Pullover mit unverfänglichen Aufdrucken von hellhäutigen Jungen beworben wurden.

Promis zeigen sich verärgert über den Werbe-Eklat

Mit dem Löschen des Produkts aus dem Online-Shop ist der Skandal aber keineswegs beendet. Der kanadische R&B-Musiker The Weeknd reagierte verärgert und kündigte an, die Zusammenarbeit mit H&M wegen dieses Vorfalls zu beenden. „Ich bin zutiefst beleidigt und werde nicht mehr mit H&M zusammenarbeiten“, schieb der Musiker.

Auch Boris Becker stieg in die Rassismus-Debatte ein. Auf Twitter schrieb der frühere Tennis-Star „Es endet nie. Wann fangen wir endlich an Hautfarben zu respektieren?“ Sein Sohn, Noah Becker, war erst jüngst von einem AfD-Abgeordneten als „kleiner Halbneger“ bezeichnet worden .

Aktienkurs von H&M fällt an der Börse

Für H&M hat der Vorfall zudem weitreichendere Konsequenzen: Die Aktien des schwedischen Unternehmens fielen auf den niedrigsten Stand seit neun Jahren.