Billigflieger

Ryanair-Piloten sind für Freitag zum Streik aufgerufen

Beim Billigflieger Ryanair steht ein Streik unmittelbar bevor. Zwei Tage vor Weihnachten sollen die Piloten in den Ausstand treten.

Bislang haben die Piloten des Billigfliegers Ryanair in Deutschland noch nicht gestreikt.

Bislang haben die Piloten des Billigfliegers Ryanair in Deutschland noch nicht gestreikt.

Foto: Clodagh Kilcoyne / CLODAGH KILCOYNE

Berlin.  An diesem Freitag wird der Billigflieger Ryanair in Deutschland bestreikt. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ruft die Piloten des Unternehmens auf, zwischen 5:01 Uhr bis 8:59 Uhr die Arbeit niederzulegen, wie VC mitteilte. Es seien alle Flugverbindungen betroffen, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen geplant sind.

Es wäre der erste Streik in der Geschichte des Billigfliegers in Deutschland. Flugausfälle hätten auch Folgen für den europäischen Flugverkehr, weil die Maschinen in der Regel den ganzen Tag über durchgetaktet sind.

VC: Ryanair hat Treffen am Mittwoch abgebrochen

Am Mittwoch hatten sich Vertreter der Gewerkschaft mit dem Ryanair-Management getroffen. Die Fluggesellschaft berichtete danach, man wolle sich am 5. Januar zu weiteren Gesprächen treffen. Ryanair zeigte sich zuversichtlich, „mit VC eine Vereinbarung für alle deutschen Piloten des Unternehmens abzuschließen“.

Für VC stellte sich die Lage anders dar: „Ryanairs öffentlichkeitswirksame Offerte, Verhandlungen mit der VC führen zu wollen, kann nur als weiterer PR-Gag eingestuft werden“, so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der VC. Erste Verhandlungsgespräche seien von Seiten der Airline kurzfristig abgesagt worden, weil der Arbeitgeber zwei der fünf VC-Tarifkommissionsmitglieder abgelehnt habe.

Passagiere sollen sich an Ryanair wenden

„Aus Sicht der VC zeigt diese Ablehnung deutlich, dass die Grundsätze gewerkschaftlicher Autonomie von Ryanair missachtet werden und ein Einstieg in konstruktive Verhandlungen nicht gewünscht ist.“ Vielmehr spiele Ryanair weiter auf Zeit und verhindere damit den Einstieg in Tarifverhandlungen, so Schumacher weiter.

Die Pilotengewerkschaft bedauerte in einer Mitteilung die Auswirkungen auf die betroffenen Passagiere, Kabinenbesatzungen und Bodenmitarbeiter und riet Reisenden, sich wegen ihrer geplanten Flüge direkt an Ryanair wenden: Nur das Unternehmen selbst könne sagen, welche Flüge durchgeführt würden. (art)

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