Berlin

Autobranche erwartet rückläufigen Absatz

Pkw-Neuzulassungen schrumpfen in Deutschland 2018 um zwei Prozent

Berlin.  Nach einem Aufschwung bei den Neuzulassungen im laufenden Jahr erwarten die deutschen Autobauer 2018 einen Dämpfer. Der Pkw-Absatz werde im nächsten Jahr voraussichtlich um zwei Prozent auf rund 3,4 Millionen Fahrzeuge schrumpften, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch in Berlin mit. Ein Grund dafür sei, dass der Effekt der Umtauschprämien für ältere Diesel-Autos nachlässt, durch die die Hersteller den Verkauf derzeit ankurbeln.

Für das laufende Jahr rechnet der Branchenverband deshalb mit einem Absatzplus von mindestens drei Prozent auf knapp 3,5 Millionen Fahrzeuge – der höchste Stand in diesem Jahrzehnt. Die Bestmarke bei den Neuzulassungen hatten die Hersteller vor acht Jahren mit 3,8 Millionen Fahrzeugen erreicht, als der Staat der Branche mit der Verschrottungsprämie unter die Arme griff.

VDA-Präsident Matthias Wissmann warnte die Politik wegen der Kosten für den Umstieg in die Elektromobilität vor weiteren Belastungen. Die gute Verfassung vieler Unternehmen dürfte nicht als Maßstab für künftige Regierungsentscheidungen genommen werden.

"Die Politik sollte jetzt die Chance nutzen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – von der Senkung der Energie- und Energienebenkosten bis zur steuerlichen Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes – in guten Zeiten verbessern." Deutschland habe sich zuletzt mehr auf Ver­teilungsfragen als auf ein besseres Investitionsklima konzentriert.

Die Hersteller stehen unter Druck, weil die Politik wegen hoher Abgaswerte über Diesel-Fahrverbote in Städten nachdenkt. Wegen der Unsicherheit meiden viele Autokäufer den Kauf von Dieselfahrzeuge. Der Diesel-Anteil an den Neuzulassungen ist seit Monaten im freien Fall. Zudem müssen die Autobauer Milliarden in die Hand nehmen, um den Umschwung in die Elektromobilität voranzutreiben. In den kommenden zwei bis drei Jahren soll das Angebot auf mehr als 100 E-Modelle verdreifacht werden. In fünf bis acht Jahren wollen die deutschen Hersteller mehr als 150 neue Modelle mit Elektroantrieb auf die Straße bringen. Noch vor Ende des Jahrzehnts sollen in allen Segmenten von der Kompaktklasse bis zu SUV batteriebetriebene oder Hybridfahrzeuge angeboten werden. Im geplanten Dieselfonds für bessere Stadtluft beziffert Wissmann den Beitrag der deutschen Hersteller ihrem Marktanteil entsprechend auf "etwa 160 Millionen Euro". Insgesamt soll die Branche 250 Millionen Euro zum Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro beisteuern.

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