Bonn

Autofahrer sparen durch Sprit-Apps bis zu 3,24 Cent

Bonn. Die hohe Transparenz des Benzinmarktes hat den Wettbewerb an den Tankstellen einer Studie zufolge verschärft. Seitdem die Autofahrer die aktuellen Preise aller Tankstellen auf dem Smartphone vergleichen könnten, tankten sie vermehrt zu Zeiten günstiger Preise, heißt es in einer Untersuchung des Düsseldorfer Wettbewerbsökonomen Justus Haucap und weiterer Autoren, die in der Fachzeitschrift „Wirtschaftsdienst“ veröffentlicht wurde. Der Mineralölwirtschaftsverband hat die Studie finanziell unterstützt.

Im Dezember 2013 startete die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt. Seitdem sind die Tankstellen verpflichtet, ihre Preise topaktuell zu melden. Die Transparenzstelle stellt die Daten Anbietern von Smartphone-Apps zur Verfügung. Der Verbraucher hat dadurch den kompletten Marktüberblick und kann sich die günstigste Tankstelle aussuchen.

Haucap und seine Mitautoren haben nun ermittelt, dass die Tankstellen in vier untersuchten Städten (Hamburg, Köln, Leipzig, München) nach der Einführung der Smartphone-Apps im Durchschnitt 6,5 Mal am Tag ihre Preise änderten. Vorher hatte es nur 3,9 Preisänderungen pro Tag gegeben. Fast 60 Prozent des verkauften Benzins wurde zu günstigen Preisen abgegeben, davon deutlich mehr als die Hälfte sogar zu absoluten Tiefpreisen.

Für die Autofahrer zahlte sich also aus, Apps zu nutzen und sich marktgerecht zu verhalten: Sie sparten durch das gezielte Ausnutzen der niedrigen Preise 3,24 Cent je Liter gegenüber dem Durchschnittspreis der Tankstellen. Auch zuvor hatten schon viele Autofahrer versucht, günstige Momente an den Zapfsäulen abzupassen und sich billig mit Sprit zu versorgen. Sie hatten aber nur 1,47 Cent je Liter weniger als den Durchschnittspreis gezahlt.