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Ryanair streicht Verbindung Schönefeld-Köln/Bonn

Bei Ryanair fallen noch mehr Flüge aus. Nach angekündigten Ausfällen im Oktober gehen die Probleme für Kunden einige Monate weiter.

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Berlin.  Ryanair hat überraschend angekündigt, dass die Serie von Flugstreichungen noch bis zum März 2018 andauern wird. Kunden verspricht die Airline eine einfache Umbuchung und sogar Gutscheine. Die Ausfälle scheinen eine Folge einer dramatischen Fehlplanung zu sein.

Wie Ryanair in einem Statement am Mittwoch bekannt gab, werden die Flugausfälle knapp 400.000 Reisende betreffen. Zwischen November 2017 und März 2018 würde nach Angaben der Airline täglich etwa ein Flug ausfallen. Der Grund für die Ausfälle: Ryanair hat schlichtweg zu wenige Piloten. Deshalb würden im Winter 25 weniger Flugzeuge als zuvor geplant in der Luft sein.

Gestrichen wird auch die einzige innerdeutsche Strecke zwischen Köln/Bonn und Berlin-Schönefeld. Seit zwei Jahren fliegt Ryanair fünfmal am Tag zwischen beiden Flughäfen hin und her.

Meldungen bei Ryanair überschlagen sich

Erst vor zwei Wochen hatte Ryanair erklärt, dass es bis Ende Oktober 2100 Flugausfälle geben werde. Von 130.000 betroffenen Kunden war zuletzt die Rede. Diese und auch künftig betroffene Kunden könnten nun umbuchen und erhielten laut Airline auch einen Reisegutschein über 40 Euro.

Die erneuten Streichungen scheinen eine Folge einer dramatischen Fehlplanung während des Sommers zu sein. Welche Rechte Sie als Fluggast bei Annullierungen haben, lesen Sie hier.

Zwischenzeitlich war spekuliert worden, dass Ryanair mit den Streichungen Geld und Kapazitäten sparen wolle, um in den Poker um die insolvente Fluglinie Air Berlin einzusteigen. Beobachter hatten vermutet, dass Ryanair auf eine Pleite der deutschen Konkurrenz spekuliere, um sich dann auf frei werdende Start- und Landerechte (Slots) zu bewerben. Für diesen Fall habe Ryanair laut Experten dann Flugzeuge künstlich dort am Boden behalten, wo sie für neue Slots gebraucht würden.

Es spricht wenig für Strategie von Ryanair

Diese Taktik scheint aber in der aktuellen Situation eher unwahrscheinlich. Dagegen spricht zum einen die Kommunikation von Ryanair. Die sich überschlagenden Meldungen deuten daraufhin, dass hier keine langfristige Strategie vorliegt. Zudem hatte Ryanair seinen Piloten zuletzt mehr Geld geboten , um weitere Abgänge – und damit Lücken im Dienstplan – zu verhindern.

Zum anderen schreitet der Übernahmeprozess um Air Berlin weiter voran. Allein mit der Lufthansa und Easyjet stehen zwei potente Firmen bereit, die große Teile von Air Berlin übernehmen wollen. Dass Air Berlin also komplett pleite geht, scheint eher unwahrscheinlich.

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