Automobilmesse

Merkel bei IAA: Autobranche muss Vertrauen zurückgewinnen

Die Automobilbranche hat laut Angela Merkel viel Vertrauen verspielt. Dennoch sieht die Kanzlerin die Industrie als Schlüsselbranche.

Merkel: Autoindustrie muss Vertrauen so schnell wie möglich zurückgewinnen

Die Autoindustrie habe Regelungslücken exzessiv ausgenutzt, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Eröffnung der Automesse IAA in Frankfurt.
Do, 14.09.2017, 11.49 Uhr

Merkel: Autoindustrie muss Vertrauen so schnell wie möglich zurückgewinnen

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Frankfurt/Main.  Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat zum Auftakt der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main gesprochen. Die Kanzlerin forderte die deutsche Autoindustrie auf, das durch den Abgas-Skandal zerstörte Vertrauen wieder aufzubauen.

Teile der Branche hätten "Regelungslücken exzessiv ausgenutzt", sagte sie bei der Eröffnung der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA am Donnerstag in Frankfurt. "Sie haben sich damit nicht nur selbst Schaden zugefügt, sondern vor allem auch Verbraucher und Behörden getäuscht und enttäuscht."

Merkel sieht Automobilbranche als Schlüsselindustrie

Die Highlights der IAA 2017 im Video

Bei der IAA 2017 in Frankfurt präsentiert sich die Autobranche als hätte es den Diesel-Skandal nicht gegeben. Zwar gibt es einige Elektro-Modelle aber auch PS-starke Sportwagen.
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Auch wenn dies nur eine Minderheit der Branche betreffe, müsse diese "alles daran setzen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen so schnell wie möglich zurückzugewinnen". Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren war in den USA bekannt geworden, dass Volkswagen die Abgasreinigung von Millionen Dieselmotoren weltweit manipuliert hat. Das war der Ausgangspunkt des größten Betrugsskandals in der Geschichte der Branche.

Die Kanzlerin hob zugleich die große Bedeutung der Schlüsselindustrie für Beschäftigung und Wachstum hervor. "Wir wissen, was unser Land an Ihrer Branche hat." Um drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Städten wegen zu hoher Schadstoffwerte zu vermeiden, müssten Verbrennungsmotoren sauberer werden. Zugleich seien Investitionen in neue Antriebe notwendig. (dpa/rtr)

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