Messe

So bewegt ist die Geschichte der IFA in Deutschland

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Rainer Kienböck
Die Internationale Funkausstellung in Berlin findet in diesem Jahr zum 57. Mal statt.

Die Internationale Funkausstellung in Berlin findet in diesem Jahr zum 57. Mal statt.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die IFA ist eine der am längsten existierenden Messen in Deutschland. Ein Rückblick zeigt, welche Produkte im Mittelpunkt standen.

Berlin.  Derzeit findet in Berlin die 57. Internationale Funkausstellung (IFA) statt, die alljährlich hunderttausende Besucher und tausende Aussteller anzieht. Neben unserer Berichterstattung von den neuesten Entwicklungen im Elektronik- und Multimedia-Bereich wollen wir auch einen Blick zurück werfen, in die Anfangsjahre der IFA, die bald ihr hundertjähriges Jubiläum feiert.

Am 4.12.1924 wurde die erste „Große Deutsche Funk-Ausstellung“ eröffnet. Damals präsentierten sich 242 Aussteller vor rund 180.000 Besuchern, zu sehen gab es neuartige Detektorgeräte, Kopfhörer und erste Röhren-Rundfunkempfänger. Der Schauplatz war eine rund 130 Meter lange Halle im Haus der Deutschen Funkindustrie. Die IFA ist somit, nach Angaben der Messe Berlin, neben der Autoausstellung IAA die älteste deutsche Industriemesse.

Das Radio stand zu Beginn im Mittelpunkt

Ein Kühlschrank, der sich - fast - von selbst füllt
Ein Kühlschrank, der sich - fast - von selbst füllt

Die Veranstaltung sollte ursprünglich den Verkauf von Radiogeräten ankurbeln, die damals seit kurzem auf dem Markt waren. Dementsprechend wurde die Funkausstellung vom Verband zunächst vom Verband der Radio-Industrie ausgerichtet. Durch den großen Erfolg der ersten Ausgabe wurden in den Folgejahren aber jährlich weitere Funkausstellungen veranstaltet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Rhythmus geändert: die Messe fand von 1950 bis 2005 mit wenigen Ausnahmen alle zwei Jahre statt. In dieser Zeit wechselte auch stetig der Veranstaltungsort. Mal fand die Funkausstellung in Stuttgart statt, mal in Frankfurt, mal in Düsseldorf, dann wieder in Berlin. Erst 1971 kehrte die IFA – erstmals unter dem Namen Internationale Funkausstellung – auf Dauer nach Berlin zurück.

Was wurde ausgestellt?

Die Funkausstellung bot von Beginn an eine Gelegenheit, medienwirksam Innovationen zu präsentieren. Auch die Messe selbst schaffte es regelmäßig ins Rampenlicht, beispielsweise mit der Einweihung des Berliner Funkturms anlässlich der dritten Funkausstellung 1926 oder der Eröffnung durch Nobelpreisträger Albert Einstein 1930.

Zu den Dauerbrennern zählten schon in den Anfangstagen der Funkausstellung neueste Entwicklungen bei Empfangsgeräten für den Rundfunk – nachdem zunächst frühe Radioapparate präsentiert wurden, gab es 1928 Fernsehvorführungen zu bestaunen, 1933 präsentierten die Nazis ihren Volksempfänger (in den ersten Messetagen wurden über 100.000 Geräte verkauft), 1950 wurden die ersten UKW-Empfangsgeräte vorgestellt und am 25. August 1967 startete der spätere Kanzler Willy Brandt mit einem Knopfdruck das Farbfernseh-Zeitalter in Deutschland.

Man darf gespannt sein, was bei der IFA in den nächsten hundert Jahren an kuriosen und spektakulären technischen Neuerungen vorgestellt wird.

Dieser Text ist zuerst auf futurezone.de erschienen – Das neue Tech-News-Portal der Funke Mediengruppe.