Akzeptanz

Mehr Homosexuelle haben ihr Coming-Out am Arbeitsplatz

Bunte Parade auf dem CSD in Köln im Juli 2017.

Bunte Parade auf dem CSD in Köln im Juli 2017.

Foto: Revierfoto / ddp images/Revierfoto

Deutschlands Arbeitswelt wird offenbar immer toleranter. Das führt dazu, dass sich mehr Schwule und Lesben auf der Arbeit outen wollen.

Berlin.  Die Zahl der homosexuellen Beschäftigten, die am Arbeitsplatz offen mit ihrer sexuellen Identität umgehen, hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das ergab eine Befragung, die die Antidiskriminierungsstelle des Bundes am Mittwoch in Berlin vorstellte. Danach reden knapp 30 Prozent der Befragten mit allen Kollegen offen über dieses Thema. 2007 waren es nur knapp 13 Prozent.

Ebenfalls rund 30 Prozent sprechen indes mit niemandem oder nur sehr wenigen Kollegen am Arbeitsplatz über ihre sexuelle Identität. Gegenüber 2007 sind es aber deutlich weniger. Vor zehn Jahren hatten mehr als die Hälfte (52 Prozent) das Thema komplett gemieden. Das restliche Drittel der Beschäftigten wählt aus, mit wem es über seine sexuelle Identität spricht. Auch die Offenheit gegenüber Führungskräften nimmt zu.

Erfahrung mit Diskriminierung haben dennoch die meisten

Trotz der größeren Offenheit hat sich hingegen beim Thema Diskriminierung fast nichts verändert. Wie schon vor zehn Jahren gaben immer noch Dreiviertel der Befragten an, schon Diskriminierungserfahrungen gemacht zu haben. Knapp 40 Prozent berichteten von sexueller Belästigung, 43 Prozent fühlten sich durch das Verhalten ihrer Kollegen ausgeschlossen.

Für die Studie waren im Frühjahr 2884 lesbische, schwule, bisexuelle und Transgender-Personen befragt worden. Sie wurde vom Kölner Institut für Diversitiy- und Antidiskriminierungsforschung in Kooperation mit der Hochschule Fresenius erstellt und von der Antidiskriminierungsstelle gefördert. Die Erhebung ist die Neuauflage einer gleichnamigen Untersuchung aus dem Jahr 2007. (epd)