Essen

Kraftwerkskonzern Uniper warnt vor Stromausfällen

Essen.  Der Chef des Kraftwerksbetreibers Uniper, Klaus Schäfer, warnt vor einem Blackout im deutschen Stromnetz. "Gott sei Dank hat es einen größeren Stromausfall zuletzt nicht gegeben. Und wir tun alles dafür, dass es nicht dazu kommt", sagte Schäfer der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)". "Richtig ist aber auch: Unsere Energieversorgung ist unsicherer geworden. Das lässt sich auch daran ablesen, wie häufig die Netzbetreiber eingreifen müssen, um Schlimmeres zu verhindern." Das Thema Versorgungssicherheit sollte daher "ganz oben auf der Liste der Aufgaben" der Bundesregierung stehen. Uniper fordert Reservekraftwerke, die einspringen, wenn wenig Strom aus Wind und Sonne produziert wird.

Mit dem umstrittenen neuen Kohlekraftwerk in Datteln plant der Eon-Ableger Uniper langfristig. "Wir haben eine unbeschränkte Betriebsgenehmigung, und von der Technik her könnte die Anlage 40 oder 50 Jahre laufen", sagte er. Die Anlage in Datteln werde allerdings "das letzte große Kohlekraftwerk in Deutschland sein".

Die Zukunft des Gaskraftwerks Irsching in Bayern sieht Schäfer kritisch. Uniper erwägt eine Stilllegung. "Am liebsten würde ich das Kraftwerk im Vollastbetrieb laufen lassen. Aber das rechnet sich derzeit nicht", sagte er. Das habe mit dem Vorrang von Energie aus Wind und Photovoltaik zu tun, aber auch mit den Rohstoffkosten im Vergleich zu Stein- und Braunkohle.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.