Berlin

Kurzfristig eingeflogen

Air-Berlin-Gründer Hunold wird neuer Chefaufseher

Berlin. Zuletzt war er ziemlich abgemeldet, jetzt taucht Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold (67) wieder in wichtiger Position auf – zumindest kurzzeitig. Der Manager leitet ab sofort den Verwaltungsrat der schwer angeschlagenen Fluglinie – und zwar, bis ein neuer Chefaufseher ernannt ist, wie die Fluggesellschaft meldete. Vorgänger Hans-Joachim Körber hat das Gremium mit Erreichen des 70. Lebensjahres verlassen. Körber leitete den Verwaltungsrat sechs Jahre lang, in denen die Fluggesellschaft einen dramatischen Sinkflug erlebte. Sie wird nur noch vom Geld des Großaktionärs Etihad aus Abu Dhabi in der Luft gehalten.

Hunold hatte Air Berlin überhaupt erst groß gemacht. Er startete 1991 mit zwei Maschinen. 2006 brachte er Air Berlin an die Börse. Das Unternehmen kaufte andere Fluggesellschaften wie DBA, LTU und Niki. Hunold wollte gar die Lufthansa, Deutschlands Nummer eins, einholen. Allerdings gelang es nicht, die Zukäufe vernünftig zu integrieren. Die letzten Reste der LTU schrieb der derzeit amtierende Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann gerade ab und wies unter anderem deshalb einen Rekordverlust von rund 782 Millionen Euro aus. Inzwischen will Lufthansa die Reste Air Berlins kaufen.

Hunold gab 2011 auf und wechselte in den Aufsichtsrat. Neben Körber scheidet unter anderem auch der ehemalige Etihad-Chef James Hogan aus dem Air-Berlin-Verwaltungsrat aus.

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