Berlin

Mittelstand fordert Abschaffung des Soli-Zuschlags

Berlin. Die Mittelstandsallianz aus 270.000 Unternehmen hat sich für eine umfangreiche Steuerreform ausgesprochen. Die nächste Bundesregierung sollte die Mehrwertsteuer auf 16 Prozent vereinheitlichen sowie die Erbschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag abschaffen. „Dies entlastet Unternehmen und Bürger sofort und spürbar“, heißt es in einem Zehn-Punkte-Programm, das dieser Zeitung vorliegt. Auch die Stromsteuer, die zusammen mit anderen Abgaben mehr als die Hälfte des Strompreises ausmacht, sollte deutlich gesenkt oder abgeschafft werden. In der Mittelstandsallianz haben sich Verbände aller Branchen zusammengeschlossen, in denen inhabergeführte Firmen Mitglied sind.

Rund 80 Prozent der Mittelständler halten den Abbau der Bürokratie für die wichtigste Aufgabe. „Unternehmen mit bis zu 20 Beschäftigten sollten grundsätzlich von Berichtspflichten, statistischen Auskunftsvorschriften und unangemessenen Vorschriften des Arbeitsrechts freigestellt werden.“ Vergaberichtlinien für öffentliche Aufträge sollten vereinfacht werden. Zudem wünschen sich die Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten für ihre Mitarbeiter. Statt täglicher Höchstgrenzen sollte es Jahresarbeitskonten geben. „Von der neuen Bundesregierung erwarten wir eine echte Mittelstandspolitik, die die Weichen für mehr Wachstum stellt“, sagte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW).