Börse in Frankfurt

Dax leidet zu Wochenbeginn unter Euro-Stärke

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX).

Foto: dpa

Frankfurt/Main. Der starke Euro hat dem Dax einen etwas leichteren Wochenstart eingebrockt. Nach einem wechselhaften Kursverlauf schloss der deutsche Leitindex moderat mit 0,15 Prozent im Minus bei 12 619,46 Punkten.

In der zweiten Börsenreihe gab der MDax als Heimat der mittelgroßen Aktienwerte um 0,23 Prozent auf 24 968,47 Punkte nach. Etwas besser erging es lediglich den Technologiewerten im TecDax, der prozentual unverändert bei 2221,50 Punkten schloss.

Bremsend wirkte sich Händlern zufolge der starke Euro aus, der deutsche Exporte im Ausland weniger erschwinglich machen kann. Die Gemeinschaftswährung war zu Wochenbeginn deutlich über 1,12 US-Dollar gestiegen und hatte ihren höchsten Stand seit November erreicht. Experten machten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür verantwortlich. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg hatte sie den Euro vor Schülern in Berlin als "zu schwach" bezeichnet.

Hans Bernecker verwies in seinem Börsenbrief "AB-Daily" außerdem auf eine immer noch "deutlich überkaufte Marktlage". Trotz einer kleineren Kurskorrektur in der Vorwoche bewegt sich der Dax weiterhin auf Rekordniveau. Am vergangenen Dienstag hatte er bei 12 841 Punkten seine Bestmarke erreicht, bevor er dann kurzzeitig unter Sorgen um die politische Zukunft von US-Präsident Donald Trump gelitten hatte.

Fusionen und Übernahmen blieben am Montag ein zentrales Thema. Dabei spielte die Musik vor allem im Telekommunikationssektor, wo die Aktien der Deutschen Telekom den höchsten Stand seit 15 Jahren erreichten. Sie legten um 1,38 Prozent auf 18,045 Euro zu, während sich am Markt weiterhin Gerüchte um das US-Geschäft hielten. Die Tochter T-Mobile US gilt als heißer Kandidat für eine Fusion mit dem Konkurrenten Sprint.

Auch die geplante Übernahme des Mobilfunkanbieters Drillisch durch United Internet wirkte bei einigen deutschen Branchenwerten weiter nach: Während die Luft bei den beiden betroffenen Papieren am Montag erst einmal raus war, rückten nun andere Branchenwerte wie Freenet oder Telefonica Deutschland in den Mittelpunkt. Sie gehörten im TecDax mit 2,12 beziehungsweise 3,32 Prozent zu den größten Gewinnern.

Im Versorger-Bereich drehte sich das Geschehen weiterhin um einen möglichen Teilverkauf der RWE-Tochter Innogy. Die Papiere des Ökostrom-Ablegers rückten am Montag nochmals um 2 Prozent vor, während jene des Mutterkonzerns RWE im Dax mit rund 2,4 Prozent Plus die Spitze einnahmen. Unabhängig von Innogy hatte sich die britische Bank HSBC am Montag auch weniger pessimistisch zu den RWE-Aktien geäußert. Analyst Adam Dickens begründete dies vor allem mit den sich allmählich aufhellenden Aussichten am deutschen Strommarkt.

Führend im Kleinwerte-Index SDax waren die Titel von Borussia Dortmund, die nach der erfolgreichen direkten Qualifikation für die Champions League um 4,5 Prozent in die Höhe schnellten. Für die Papiere bedeutete dies den höchsten Stand seit 2002.

Auch auf europäischer Bühne wirkte sich der Euro bremsend aus: Der EuroStoxx 50 gab um 0,29 Prozent auf 3576,53 Punkte nach, während der Leitindex CAC 40 in Paris denkbar knapp in der Verlustzone schloss. Mutiger waren Anleger aber im angelsächsischen Raum, wo der britische FTSE 100 mit 0,34 Prozent Plus vom schwachen Pfund profitierte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial stand zum Handelsschluss in Europa in ähnlichem Maße im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,17 Prozent am Freitag auf 0,19 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 141,49 Punkte. Der Bund Future verlor 0,25 Prozent auf 160,91 Punkte. Der Euro stand zuletzt bei 1,1234 US-Dollar. Zwischenzeitlich hatte die Gemeinschaftswährung mit 1,1263 Dollar ihren höchsten Stand seit November erreicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1243 (Freitag: 1,1179) US-Dollar festgesetzt.

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