Berlin

Studie: Höhere Löhne senken Handelsüberschuss

Berlin.  Die international scharf kritisierten, hohen deutschen Exportüberschüsse lassen sich einer Studie zufolge durch stärker steigende Löhne verringern. Parallel dazu müsse aber auch der Staat deutlich mehr investieren, heißt es in einer Analyse des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Wirkungsvoll sei "eine Kombination aus makroökonomisch orientierten Lohnerhöhungen und unterstützender Finanzpolitik".

Wären die Löhne in den vergangenen 15 Jahren nicht um durchschnittlich 1,7 Prozent gestiegen, sondern um knapp einen Prozentpunkt stärker, hätte dies die Staatseinnahmen unterm Strich um rund 18 Milliarden Euro erhöht. "Diese Mehreinnahmen hätten genutzt werden können, um höhere staatliche Ausgaben für Straßen, Breitbandnetze, Stromnetze und erneuerbare Energien zu finanzieren, aber auch für Kindergärten, Schulen, Universitäten, Krankenversorgung und Wohnungsbau", so die Ökonomen.

Da sich öffentliche Ausgaben besonders stark auf das Wachstum auswirkten, würden so die Binnenwirtschaft gestärkt und die Importe gesteigert. "Dies würde zu einer ausgewogeneren Handelsbilanz beitragen." Wenn der Staat nur die zusätzlichen Steuereinnahmen durch höhere Löhne wieder investiert hätte, wäre der Überschuss in der deutschen Leistungsbilanz um rund 35 Milliarden Euro oder 14 Prozent niedriger als aktuell. Ausgeglichen wäre die Bilanz dadurch aber noch nicht.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.