Düsseldorf

Immer weniger Steuerhinterzieher zeigen sich an

Düsseldorf. Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerhinterziehern ist stark zurückgegangen. In diesem Jahr zeigten sich bislang 4373 Steuerhinterzieher selbst beim Finanzamt an, wie eine Umfrage des „Handelsblatts“ bei den 16 Länderfinanzministerien ergab. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Behörden 15.120 Selbstanzeigen, 2014 waren es rund 40.000.

Ein Grund für die Entwicklung dürften die seit Januar 2015 stark verschärften Regeln für Steuersünder sein. Für Steuerpflichtige mit unversteuertem Schwarzgeld ist es seither deutlich teurer, mit einer Selbstanzeige straffrei davonzukommen. Weil klar war, dass die Neuregelung kommt, haben sich nach Ansicht der Finanzbehörden 2014 noch viele Steuersünder angezeigt, um von der laxeren Regel zu profitieren.

Außerdem ist der Druck auf Steuerhinterzieher in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Vor allem Nordrhein-Westfalen zeigt sich hartnäckig. Das Land hat seit 2010 elf Datenträger mit Daten mutmaßlicher Steuersünder erworben.

Allein bei der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalens seien seither mehr als 23.000 Selbstanzeigen wegen Schwarzgelds mit Bezug zu Konten in der Schweiz eingegangen, sagte Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD). Das Land habe damit rund 1,2 Milliarden Euro eingenommen, bundesweit seien es sogar rund sechs Milliarden Euro gewesen.