Finanzkrise

Löcher bei italienischer Bank Monte dei Paschi noch größer

Die Hiobsbotschaften von der ältesten Bank der Welt reißen nicht ab. Die Monte dei Paschi di Siena braucht mehr Geld als gedacht.

Der Schriftzug der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena auf dem Schaufenster einer Filiale. Die älteste Bank der Welt hat große Probleme.

Der Schriftzug der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena auf dem Schaufenster einer Filiale. Die älteste Bank der Welt hat große Probleme.

Foto: Lars Halbauer / dpa

Rom.  Die angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) braucht noch mehr Geld als bisher angenommen. Die Kapitallücke belaufe sich nach aktuellen Berechnungen der EZB auf 8,8 Milliarden Euro, teilte die nur noch durch Staatshilfe zu rettende Traditionsbank am späten Montagabend in Siena mit.

Bislang war immer von einem Kapitalbedarf in Höhe von 5 Milliarden Euro die Rede. Schon für diese Summe hatte die Bank keine privaten Geldgeber gefunden, so dass Italiens Regierung in der vergangenen Woche ein Rettungspaket schnüren musste. In diesem befinden sich Mittel von bis zu 20 Milliarden Euro. Das Geld ist dazu gedacht, neben Monte dei Paschi auch andere Krisenbanken im Land zu stützen.

Bei 360 Milliarden Euro droht Ausfall

Das 1472 gegründete Institut ächzt wie viele andere italienische Banken unter einem Berg fauler Kredite – Folge der jahrelangen Wirtschaftsflaute. Darlehen im Umfang von fast 360 Milliarden Euro sind in Italien ausfallgefährdet, ein Drittel des Volumens in der Euro-Zone. Die Stabilisierung der Branche hat daher für die neue Regierung Priorität.

Monte dei Paschi ist mehrfach als schlechteste Bank durch den EZB-Stresstest gefallen. Auch Missmanagement und unvorteilhafte Übernahmen haben das Geldhaus aus der Toskana in immer größere Schwierigkeiten gebracht.

Bundesbank-Präsident warnt

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor einer Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi durch den italienischen Staat eine sorgfältige Prüfung angemahnt. „Staatliche Gelder sind nur als letztes Mittel vorgesehen, deswegen liegt die Messlatte entsprechend hoch“, sagte Weidmann der „Bild“ (Dienstag) in Hinblick auf die neuen europäischen Haftungsregeln. „Grundsätzlich haben wir neue Regeln beschlossen. Diese sollen insbesondere den Steuerzahler schützen und Investoren in der Verantwortung halten.“

Im Fall Monte dei Paschi seien viele Fragen offen. So müsse die Bank im Kern wirtschaftlich gesund sein. Das Geld dürfe nicht dazu dienen, bereits absehbare Verluste zu decken. „All dies ist nun sorgfältig zu prüfen.“ (dpa/rtr)