Seoul

Ermittler wollen Präsidentenbüros in Korea durchsuchen

Seoul. In Südkorea droht der Sonderermittler in der Korruptionsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye mit einer Razzia des Amtssitzes. Noch stünde aber nicht fest, ob eine Razzia nötig sei und welches Ziel sie haben könnte, sagte ein Sprecher des Sonderermittlers. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Zuge der Ermittlungen gegen Park erklärt, sie bräuchte Zugang zum Büro des Staatsoberhauptes. Das Präsidialamt verweigert dies jedoch.

Park werden Amtsmissbrauch und Verstöße gegen die Verfassung vorgeworfen. Das südkoreanische Parlament leitete deswegen ein Amtsenthebungsverfahren ein. Das Verfassungsgericht überprüft das Vorgehen derzeit. Die Amtsgeschäfte führt vorübergehend Ministerpräsident Hwang Kyo Ahn.

Im Zentrum der Affäre steht eine Freundin von Park, die sich in die Regierungsgeschäfte eingemischt haben soll. Ihr wird vorgeworfen, Konzerne zu Spenden an Stiftungen genötigt zu haben. Beide Frauen sind bereits angeklagt. Park selbst hat Fehlverhalten von sich gewiesen, aber zugegeben, bei den Verbindungen zu ihrer Freundin leichtsinnig gewesen zu sein. Bereits das neunte Wochenende in Folge gingen Hunderte in Südkoreas Hauptstadt Seoul gegen Park auf die Straße. Die Demonstranten, darunter etwa 200 als Weihnachtsmann verkleidete Menschen, fordern den Rücktritt der Präsidentin.