Witten/Zwickau

Waffenarsenale bei „Reichsbürgern“ sichergestellt

Witten/Zwickau.  Mehr als ein Dutzend Schusswaffen hat die Polizei bei mutmaßlichen „Reichsbürgern“ im westfälischen Witten sichergestellt. Die Beamten fanden bei einer Durchsuchung am Montag 14 Schusswaffen, acht Luftdruck- und Gaswaffen sowie eine große Menge dazugehörige Munition, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Rentner und seine Frau hätten als Sportschützen die Waffen zwar legal besessen, die Waffenscheine seien aber vor dem Hintergrund der „Reichsbürger“-Bewegung widerrufen worden. Im Falle des Ehemannes gebe es konkrete Beweise, dass er dieser Bewegung angehöre. Bei der Ehefrau gebe es Anhaltspunkte.

Die Polizei hat auch bei einem mutmaßlichen „Reichsbürger“ im sächsischen Zwickau Waffen und Munition beschlagnahmt. Wie die Staatsanwaltschaft Zwickau mitteilte, sei bei der Durchsuchung seiner Wohnungen im oberen Vogtland und im bayerischen Augsburg unter anderem eine Einzelladerbüchse sichergestellt worden. Ein Sondereinsatzkommando des Landeskriminalamtes habe die Aktion unterstützt. Dem Mann, der sich laut Staatsanwalt im Umfeld der „Reichsbürger“ bewegt, war zuvor die Waffenbesitzkarte entzogen worden. Weil sich der mehrfach wegen Gewaltdelikten Vorbestrafte weigerte, seine Waffen abzugeben, wird ihm ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt. Er wurde wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe aus einer Verurteilung ins Gefängnis nach Dresden gebracht.

Insgesamt ging die Staatsanwaltschaft Zwickau gegen vier sogenannte „Reichsbürger“ vor. Wie die Behörde mitteilte, wurde gegen eine Frau und ihren früheren Lebensgefährten Anklage wegen Nötigung erhoben. Bei einem weiteren Beschuldigten gab es eine Hausdurchsuchung. Handy und Computer des Mannes wurden zur Auswertung sichergestellt.

„Reichsbürger“ erkennen die Bundesrepublik und die geltende Rechtsordnung nicht an. Ein selbst ernannter „Reichsbürger“ hatte Mitte Oktober in Georgensgmünd bei Nürnberg auf SEK-Polizisten geschossen und dabei einen 32-jährigen Beamten tödlich verletzt.