Berlin

Deutsche Handelsflotte schrumpft auf 2757 Schiffe

Berlin. Die deutsche Handelsflotte ist innerhalb von wenigen Jahren um rund 20 Prozent geschrumpft, bleibt aber die viertgrößte Flotte der Welt. Hatten deutsche Reeder Ende 2012 noch rund 3565 Schiffe im Einsatz, so waren es Ende Juli 2016 nur noch 2757, heißt es in einem aktuellen Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung des Flaggenrechtsgesetzes, der dieser Zeitung vorliegt.

„Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine anhaltend schwierige Marktlage insbesondere im Chartersegment zurückzuführen“, schreibt die Regierung. Die durch die Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2008/2009 verursachten Überkapazitäten am Markt müssten abgebaut werden. Zudem habe die Verschrottung von alter Tonnage stark zugenommen. Gleichzeitig gehöre die deutsche Handelsflotte zu den modernsten und jüngsten der Welt: Das Durchschnittsalter der Welthandelsflotte betrage 14 Jahre, die deutsche sei „rund ein Drittel jünger“, so der Bericht. Nach der Nationalität der Eigner belege die deutsche Containerschiffsflotte sogar den ersten Rang, gemessen an der Zahl der Schiffe.

Nach Regierungsangaben ging auch die Zahl der Schiffe unter deutscher Flagge seit Anfang 2013 um rund 20 Prozent zurück – nur noch 354 Schiffe waren im Juli 2016 unter deutscher Flagge, das entspricht einem Anteil an der Handelsflotte von knapp 13 Prozent. Jährlich würden rund 1800 deutsche Schiffe ausgeflaggt, da die Genehmigung dafür immer nur für eine Höchstdauer von zwei Jahren erteilt wird. Die Kosten für die Ausflaggung waren 2013 per Gesetz erhöht worden. Anscheinend sei das für die Reeder aber kein Grund, auf diesen Schritt zu verzichten.