Schifffahrt

Deutsche Handelsflotte ist um 20 Prozent geschrumpft

Deutsche Reeder haben weniger Schiffe im Einsatz. Schuld ist die schwierige Wirtschaftslage. Doch es gibt auch eine gute Nachricht.

Nur noch jedes achte Schiff der deutschen Handelsflotte fährt einem Regierungsbericht zufolge auch unter deutscher Flagge.

Nur noch jedes achte Schiff der deutschen Handelsflotte fährt einem Regierungsbericht zufolge auch unter deutscher Flagge.

Foto: Christian Charisius / dpa

Berlin.  Die deutsche Handelsflotte ist nach Angaben der Bundesregierung innerhalb von dreieinhalb Jahren um etwa 20 Prozent geschrumpft. Zugleich fährt nur noch jedes achte Schiff der Flotte auch unter deutscher Flagge. Das geht nach Informationen unserer Redaktion aus einem neuen Bericht der Bundesregierung über die Umsetzung des Flaggenrechtsgesetzes hervor.

Hatten deutsche Reeder Ende 2012 rund 3565 Schiffe im Einsatz, so waren es Ende Juli 2016 nur noch 2757, heißt es in dem Bericht, der unserer Redaktion vorliegt. „Der Rückgang ist im Wesentlichen auf eine anhaltend schwierige Marktlage insbesondere im Chartersegment zurückzuführen“, schreibt die Regierung.

Handelsflotte gehört zu den modernsten

Die durch die Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2008/2009 verursachten Überkapazitäten am Markt müssten abgebaut werden. Zudem habe die Verschrottung von alter Tonnage stark zugenommen. Der Regierungsbericht verweist aber darauf, dass die deutsche Handelsflotte die viertgrößte der Welt ist und weltweit zu den modernsten und jüngsten gehört.

Das Durchschnittsalter der Welthandelsflotte betrage 14 Jahre, die deutsche sei „rund ein Drittel jünger“. Nach der Nationalität der Eigner belege die deutsche Containerschiffsflotte sogar den ersten Rang, gemessen an der Zahl der Schiffe. „Deutschland gehört zu den größten Schifffahrtsnationen“, heißt es weiter.

Nur noch jedes achte Schiff unter deutscher Flagge

Nach Regierungsangaben ging auch die Zahl der Schiffe unter deutscher Flagge seit Anfang 2013 ebenfalls um rund 20 Prozent zurück – nur noch 354 Schiffe fuhren im Juli 2016 unter deutscher Flagge, das entspricht einem Anteil an der Handelsflotte von knapp 13 Prozent. Die Kosten für die Ausflaggung waren 2013 per Gesetz erhöht worden.

Anscheinend sei das für die Reeder aber kein Grund, auf diesen Schritt zu verzichten, heißt es in dem Bericht. Besserung erhofft sich die Regierung jetzt von einem Paket zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schiffe unter deutscher Flagge, das in diesem Jahr vorgelegt wurde. (FMG)