Berlin

Umsatzplus für den regionalen Bau und eine gute Prognose

Berlin. Die Bauindustrie in Berlin und Brandenburg blickt auf ein positives Jahr mit einem Umsatzwachstum von 9,9 Prozent zurück. Der Umsatz stieg auf 7,78 Milliarden Euro, wie Marcus Becker, Präsident des Bauindustrieverbandes, sagte. Für das nächste Jahr erwartet die Bauindustrie ein auf 5,4 Prozent abgeschwächtes Wachstum und einen Umsatz von 8,2 Milliarden Euro. Dem Verband gehören 150 Unternehmen mit insgesamt 12.000 Beschäftigten an.

Becker kritisierte die Ressortaufteilung des neuen Senats: Für das Bauen seien nun zwei Verwaltungen zuständig – Stadtentwicklung/Wohnen und Umwelt/Verkehr. Die neue Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), eine gelernte Bauarbeiterin und Ingenieurin, wurde bei der Präsentation der Bilanz als „Frau vom Fach“ begrüßt. Verbandspräsident Becker forderte von ihr eine bessere Verkehrslenkung und schnellere Vergabeverfahren. Ferner wollte er wissen, ob Pläne für Siedlungsgebiete „auf Eis gelegt“ worden seien.

Lompscher versicherte, der Senat habe nur die Planung eines der zwölf neuen Stadtquartiere zurückgestellt. „Wohnraummangel ist ein Topthema in der Stadt“, sagte die Senatorin. Dabei gehe es aber nicht nur um den Neubau. Handlungsbedarf sieht Lompscher bei der Sanierung von Bestandswohnungen.

Lompscher appellierte an den Verband, die Attraktivität der Bauberufe klarer zu machen. Becker betonte das gute Lohngefüge. Sein Vize Wolfgang Frey forderte aber später eine Herabsetzung des Branchenmindestlohnes (11,30 Euro) für ungelernte Flüchtlinge mit eingeschränkten Sprachkenntnissen.

Der Verband sieht die Entwicklung der gewerblichen Bautätigkeit in Berlin und der öffentliche Bautätigkeit in Brandenburg kritisch und mahnt angesichts steigender Einwohnerzahlen einen stärkeren Wohnungsbau an.