Berlin

Vorgaben für Immobilienkredite werden überarbeitet

Berlin.  Nach Kritik aus der Finanz- und Bauwirtschaft werden die Vorgaben für die Kreditvergabe an Häuslebauer überarbeitet. Das Finanz- und das Justizministerium verständigten sich am Dienstag darauf, gesetzliche Klarstellungen zur sogenannten Wohnimmobilienkreditrichtlinie vorzunehmen. Dem Vernehmen nach geht es um Kriterien zur Prüfung der Kreditwürdigkeit von Bauherren. Hintergrund ist eine seit März geltende EU-Richtlinie, mit der eine zu laxe Vergabe von Darlehen für den privaten Wohnungsbau und damit eine Immobilienblase verhindert werden soll - letztlich zum Schutz der Verbraucher. Auch deutsche Geldhäuser sind verpflichtet, die Kreditwürdigkeit von Kunden genauer zu prüfen und zu dokumentieren.

Verbraucher-Staatssekretär Gerd Billen sagte, es dürfe nicht sein, dass gerade älteren Bankkunden der Zugang zu Baukrediten erschwert werde. Deshalb gebe es Klarstellungen, um etwaige Rechtsunsicherheiten in Kreditinstituten zu beseitigen. Wirtschaftsverbände, Länder und Vertreter der Koalition hatten der Bundesregierung vorgeworfen, bei der Umsetzung überzogen zu haben. Vor allem ältere Menschen und junge Familien hätten Probleme, ein Darlehen für die eigenen vier Wände zu bekommen. Nach den bisherigen Vorgaben dürfen Darlehen nur gewährt werden, wenn die laufenden Einnahmen der Kunden reichen, um zu Lebzeiten das Geld zurückzahlen zu können.