FRANKFURT/main

Deutsche sparen wegen niedriger Zinsen weniger

FRANKFURT/main. Die anhaltend niedrigen Zinsen wirken sich auf das Sparverhalten der Deutschen aus. Das zeigt eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bank ING-Diba.

Demnach haben bereits 44 Prozent der Sparer wegen der Niedrigzinsen ihr Sparverhalten geändert: Zehn Prozent von ihnen sparen gar nicht mehr, vier Fünftel weniger und neun Prozent mehr. Die übrigen 56 Prozent sparen meist dann, wenn sie Geld zur Vermögensbildung zurücklegen möchten, weniger, um etwa für eine Urlaubsreise oder ein anderes Konsumziel zu sparen. Bei der langfristigen Vermögensbildung steigt unterdessen das Interesse an Wertpapieren und Immobilien: 55 Prozent der Befragten halten diese für attraktiver, während sie sich von Lebensversicherungen abwenden: Nur noch vier Prozent haben steigendes Interesse an dieser bei den Deutschen lange so beliebten Altersvorsorge.

Sollten die Banken negative Zinsen auf Giro- oder Sparkonten einführen – was inzwischen fast drei Fünftel der Befragten für möglich halten – hätte das noch deutlichere Auswirkungen: Dann würden, je nach Ausmaß der negativen Zinsen, zwischen 23 und 29 Prozent der Befragten ihre Gelder umschichten und mehr Risiko in Kauf nehmen. Für die Studie wurden etwa 3600 Kunden der ING-Diba befragt, die zwischen 10.000 Euro und einer Million Euro Vermögen bei der Bank angelegt hatten.