Aufsteiger

Das waren die Gewinner und Verlierer im Wirtschaftsjahr 2016

Zahlreiche Manager haben das Wirtschaftsjahr 2016 mit ihren Entscheidungen geprägt – positiv wie negativ. Wir stellen diese Chefs vor.

Elon Musk ist Gründer mehrerer erfolgreicher Start-ups. Der Autohersteller Tesla ist aktuell die vielversprechendste Marke in seinem Portfolio.

Elon Musk ist Gründer mehrerer erfolgreicher Start-ups. Der Autohersteller Tesla ist aktuell die vielversprechendste Marke in seinem Portfolio.

Foto: Bobby Yip / REUTERS

Berlin.  Das Wirtschaftsjahr 2016 war geprägt von großen Übernahmen, visionären Geschäftsideen und politischen Entscheidungen. Doch es waren nicht nur die Ereignisse, die die vergangenen Monate geprägt haben, sondern auch die Personen, die dafür verantwortlich waren. Wir blicken auf die Auf- und Absteiger:

Das sind die Aufsteiger 2016

Elon Musk: Der 45-jährige Paypal-Gründer und Tesla-Chef Elon Musk war schon vor 2016 einer der Stars am Start-up-Himmel. Doch im vergangenen Jahr startete Musk noch einmal so durch, wie die Raketen seiner Raumfahrtfirma SpaceX. Im Frühjahr blickte die Wirtschaftswelt gespannt auf ein neues Produkt aus Musks Firmennetzwerk.

Teslas günstigeres Auto, das Model 3, bekam mindestens eineinhalb Jahre vor dem Marktstart über 400.000 Vorbestellungen. Damit ist zumindest erwiesen, dass Musk mit dem Fokus auf Elektroautos einen Nerv traf – auch wenn Tesla nun die Produktion bis 2018 von 50.000 auf 500.000 Autos hochschrauben muss.

Werner Baumann: Der 54-jährige Bayer-Manager setzte nur wenige Wochen nach dem Vorstoß an die Konzernspitze zu einem Megadeal an: Dem Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto. Nach monatelangem Poker bekam Bayer im Oktober den Zuschlag mit einem Preis von 66 Milliarden Dollar. Noch nie zahlte ein deutscher Konzern so viel für einen Zukauf. Bayer wird damit weltweit zur Nummer eins bei Saatgut und Pflanzenschutzmitteln. Baumann setzte sich für den Deal gegen Zweifel wegen Monsantos genveränderter Produkte und des Unkrautvernichters Glyphosat durch.

John Hanke: Mit „Pokémon Go“ wurde der 49-Jährige aus dem Stand zu einem Schwergewicht der Spielebranche. 600 Millionen Downloads machen die App zum wahrscheinlich meistgespielten Smartphone-Spiel. Hanke hält als Mitgründer und Chef der Entwicklerfirma Niantic die Zukunft des Überraschungshits in der Hand. Zuvor hatte er 2001 die Firma Keyhole gegründet, deren Technologie die Grundlage für Googles Kartendienste bildete, und führte die Geodienste des Konzerns, bis es ihn ins Spielegeschäft zog, zunächst mit dem Game „Ingress“.

Margarethe Vestager: Sie kam nach Brüssel als international wenig bekannte dänische Politikerin. Doch ihr harter Kurs gegenüber amerikanischen Technologieriesen machte die 48-Jährige Wettbewerbskommissarin zur Hoffnungsträgerin einer oft zerstrittenen EU-Kommission. Vestager treibt drei Wettbewerbsverfahren gegen Google voran und will, dass Apple über 13 Milliarden Dollar an Irland zahlt, weil sie die langjährigen Steuerdeals des iPhone-Konzerns für unerlaubte Beihilfen erklärte.

Das waren die Absteiger 2016

Lee Kun-Hee: Der 73-Jährige machte Samsung zur Elektronik-Weltmacht, legendär ist die Geschichte, wie er in den 90er Jahren Tausende minderwertige Handys des Konzerns verbrennen ließ, um Mitarbeiter anzutreiben. Seine Macht überstand auch den Skandal um schwarze Kassen bei Samsung vor knapp zehn Jahren. Doch jetzt bedroht das Debakel um brennende Akkus beim Smartphone Galaxy Note 7 sein Lebenswerk. Investoren wittern die Chance, den Einfluss der Familie zu beschneiden, die Aufspaltung von Samsung Electronics wird erwogen.

Elizabeth Holmes: Noch 2015 wurde die Gründerin des Bluttest-Start-ups Theranos als eine der wenigen Frauen in den Milliardärslisten gefeiert. Jetzt steht die 32-Jährige vor Trümmern. Theranos versprach, Bluttests zu revolutionieren, indem nur wenige Tropfen für komplexe Tests reichen sollten. Doch Enthüllungsberichte warfen Fragen an der Technologie auf, Regulierer schlossen Labore, Holmes wurde aus dem Geschäft verbannt, Investoren wollen ihr Geld zurückklagen, „Forbes“ schätzt ihr Vermögen nur noch auf null Dollar.

Marissa Mayer: Die Google-Managerin kam 2012 als Retterin zu Yahoo – doch sie konnte das Steuer beim schwächelnden Web-Urgestein nicht herumreißen. Mayer steckte Milliarden in Start-up-Zukäufe und Medieninhalte, Yahoo fiel bei Online-Werbung trotzdem immer weiter hinter Google und Facebook zurück. Im vergangenen Sommer zog die 41-Jährige die Reißleine mit dem Verkauf des Yahoo-Webgeschäfts an Verizon für 4,8 Milliarden Dollar. Doch danach wurde der Diebstahl der Daten von 500 Millionen Kunden bekannt, der den Deal gefährdet.

John Stumpf: In der abgehobenen Welt der Wall Street galt der auf einer Farm in Minnesota aufgewachsene Chef der drittgrößten US-Bank Wells Fargo als eine angenehm bodenständige Ausnahmeerscheinung. Umso tiefer war der Fall des 63-Jährigen nach dem Skandal bei Wells Fargo: Mitarbeiter hatten für mehr als zwei Millionen Kunden ohne deren Wissen Kreditkarten eröffnet, um Provisionen zu kassieren, rund 5300 wurden gefeuert. Stumpf gab den Kampf um seinen Job auf und verzichtete auf ihm zugesagtes Einkommen von 41 Millionen Dollar. (dpa)

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