Berlin

Verbraucherschützer wollen Rechte von Autofahrern stärken

Berlin. Noch glaubt nur eine Minderheit in Deutschland an eine schnelle Zukunft von selbstfahrenden Autos. 70 Prozent der Bundesbürger rechnen erst in den nächsten Jahrzehnten mit einem Durchbruch der Technologie. Dies hat eine repräsentative Befragung im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) ergeben. Doch der Chef des vzbv, Klaus Müller, schätzt die Lage anders ein: „Wir gehen davon aus, dass fahrerlose Mobilität schneller kommen wird, als viele annehmen.“ Daher wollen die Verbraucherschützer frühzeitig dafür sorgen, dass die Technik zum Nutzen der Autofahrer eingesetzt wird.

Eine Sorge gilt der Haftung bei Unfällen. Gut zwei Drittel der Befragten sehen darin ein Risiko. Der vzbv fordert deshalb, dass künftig die Hersteller beim Versagen der Technik haften und nicht der Halter. „Das ist für uns eine Kardinalfrage“, so die Verbraucherschützer. Je mehr sich die Technik von Assistenz- hin zu autonomen Systemen entwickelt, desto stärker müsse auch die Haftung vom Fahren zum Produzenten verlagert werden. Doch dieser Punkt ist noch umstritten. So hat das Bundesverkehrsministerium ein Gesetz auf den Weg gebracht, das unter anderem diese Streitfragen beim automatisierten Fahren regelt. Danach muss ein Fahrer weiter hinter dem Lenkrad sitzen. Dieser müsse eine „Grundaufmerksamkeit“ behalten, damit er in Notfallsituationen schnell eingreifen und das Steuer übernehmen könne, so der Entwurf.