Berlin

Verkauf von Plastiktüten sinkt teilweise deutlich

Berlin. Trotz Mülltrennung und Recycling zählen die Deutschen zu den großen Abfallproduzenten. Von 1996 bis 2014 ist die Menge an Verpackungsabfällen um mehr als 30 Prozent gestiegen. Europaweit fielen jährlich 2,5 Milliarden Tonnen Abfall an, davon 350 Millionen Tonnen in Deutschland, zieht Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Bilanz. Jeder Bürger produziere im Jahr 460 Kilogramm Hausmüll – davon 103 Kilogramm Verpackungsmüll. Allein 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher werden hierzulande weggeworfen. Mit diesem gesamten Müllaufkommen bewege sich Deutschland in Europa an der Spitze.

Angesichts der drohenden Rohstoff- und Energieknappheit müsse das Abfallaufkommen verringert werden, so die Ministerin: „Wir müssen weg von der Wegwerfgesellschaft“, mahnt Hendricks. Ein wesentlicher Schritt sei es, Müll zu vermeiden. Seitdem 350 Händler und Filialketten seit Juli für Plastiktüten Geld von ihren Kunden verlangten, sei der Plastiktütenverkauf um bis zu 80 Prozent gesunken. Viele Kunden zeigten Verständnis für den Schritt, sagt Hendricks. Manche Händler seien komplett auf Papiertüten umgestiegen.

Noch im Dezember will das Ministerium einen Entwurf für ein neues Verpackungsgesetz durch das Regierungskabinett bringen. Ziel sei darin unter anderem eine deutliche Erhöhung der Recyclingquote. So sollen künftig auch Flaschen von Fruchtsaftschorlen pfandpflichtig werden.