Mülheim

Supermarkt Kaiser’s soll noch 2016 an Edeka gehen

Rewe will bis zum 2. Dezember Klage zurückziehen

Mülheim. Die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann soll noch vor Jahresende in den Besitz des Lebensmittelhändlers Edeka übergehen. Das wurde nach einer Aufsichtsratssitzung am Dienstag in Mülheim bekannt. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub informierte nach Angaben des Konzerns die 15 600 Beschäftigten seiner Supermarkt-Sparte per E-Mail über die Einigung, die auch den Erhalt der Arbeitsplätze und der rund 420 Filialen regelt. Als Zeichen des endgültigen Durchbruchs in diesem seit mehr als zwei Jahren andauernden Übernahme-Krimis werten Beobachter, dass an der Aufsichtsratssitzung in der Tengelmann-Zentrale gestern auch Edeka-Chef Markus Mosa, Rewe-Vorstand Lionel Souque und der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske teilnahmen. Den Angaben zufolge überlässt Edeka dem Konkurrenten Rewe 61 Kaiser’s-Filialen in Berlin samt Verwaltung, Lager und Fleischwerk sowie jeweils zwei Märkte in München und Nordrhein-Westfalen. Im Gegenzug will Rewe bis zum 2. Dezember seine Klage gegen die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka zurückziehen. An diesem Tag soll der Kaufvertrag zwischen Edeka und Rewe unterschrieben werden. Nach Informationen dieser Zeitung haben die Konzerne inzwischen auch eine Lösung für das besonders schlecht laufende Geschäft in NRW gefunden. Wie aus Unternehmenskreisen verlautete, beteiligt sich Rewe insbesondere an den hohen Pensionskosten, die künftig Edeka für die Kaiser’s-Tengelmann-Verwaltung in Mülheim und das Logistikzentrum in Viersen zu schultern hat. Die Aufwendungen sollen mit dem Kaufpreis für die Berliner Fililalen, die Edeka an Rewe abgibt, verrechnet werden. Offiziell äußerten sich die Konzerne dazu nicht. In der Belegschaft sorgte der Durchbruch für Aufatmen: „Das hört sich alles sehr gut an. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Rainer Schroers, Betriebsratsvorsitzender bei Kaiser’s Tengelmann in NRW, dieser Zeitung.