Online-Handel

Vorsicht vor aufgeblasenen Amazon-Rabatten am Cyber Monday

Amazon lockt zum Cyber Monday wieder mit Schnäppchen. Doch Verbraucherschützer warnen: Die Rabatte fallen in Wirklichkeit geringer aus.

Für die Cyber-Monday-Woche verspricht Amazon Tausende Sonderangebote. Kunden sollten sich allerdings nicht blenden lassen.

Für die Cyber-Monday-Woche verspricht Amazon Tausende Sonderangebote. Kunden sollten sich allerdings nicht blenden lassen.

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

Berlin.  Mehr als 10.000 Sonderangebote in acht Tagen – so trommelt Amazon auch in diesem Jahr wieder für seine Cyber-Monday-Woche. Vom 21. bis einschließlich 28. November lockt der weltgrößte Online-Händler mit bis zu 50 Prozent Rabatt. Doch Käufer sollten vorsichtig sein.

Denn in der Vergangenheit beruhten die Preisnachlässe auf einem Vergleich mit den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP). Und diese als „Mondpreise“ in Verruf geratenen UVP kassiere Amazon ohnehin nicht, sagte Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW unserer Redaktion. „Die Rabatte sind zwar da, aber nicht so gewaltig wie dargestellt.“

Amazon kündigt Transparenz an

Deutlich macht das ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr: Laut Verbraucherzentrale war ein Kühlschrank mit Gefrierfach von 429 Euro (UVP) auf 275 Euro reduziert, was einem Preisnachlass von 36 Prozent entspricht. Im normalen Tagesgeschäft bot Amazon das Gerät aber nur für 305 Euro an, wodurch die Ersparnis auf zehn Prozent schrumpfte.

Immerhin: Amazon kündigt an, neben dem Sonderpreis sowohl die UVP – falls vorhanden – als auch den vorherigen Amazon-Preis anzuzeigen. So kann der Kunde selbst prüfen, wie hoch der „echte“ Rabatt ausfällt. Doch der Online-Händler hat noch einen anderen Trick auf Lager.

Tickende Uhren setzen Kunden unter Druck

Während der Cyber-Monday-Woche bietet Amazon nicht nur Tagesangebote, die ab Mitternacht 24 Stunden lang gelten, sondern auch sogenannte Blitzangebote, die zwischen 6 und 20.15 Uhr im Fünf-Minuten-Takt veröffentlicht werden. Diese seien maximal vier Stunden verfügbar und könnten „blitzschnell ausverkauft“ sein, so Amazon in einer Mitteilung.

Damit das auch jeder mitbekommt, ticken neben den Angeboten Uhren herunter, außerdem zeigen Balken den ablaufenden Bestand der Produkte an. „Das sind Folterwerkzeuge, die den Kunden unter Druck setzen sollen“, sagt Tryba und rät zu Gelassenheit: „Bei den Bestandsbalken weiß man nie, wie viele Produkte noch dahinterstecken. Das können zehn sein oder 1000.“

Experte empfiehlt Preisvergleich

Generell empfiehlt der Verbraucherschützer, mithilfe von Preissuchmaschinen zu vergleichen: „Da es nicht die eine beste Preissuchmaschine gibt, sollte man immer mehrere nutzen. So hat man eine gute Übersicht über den Preis am Markt.“

Der Cyber Monday ist ursprünglich eine US-amerikanische Erfindung. Er ist die Antwort der Online-Händler auf den Black Friday, mit dem der stationäre Handel einen Tag nach Thanksgiving traditionell das Weihnachtsgeschäft mit Rabatt-Angeboten eröffnet. Bei Amazon ist der Black Friday am 25. November Teil der Cyber-Monday-Woche. An diesem Tag soll es noch einmal besondere Schnäppchen geben.

Letzte Option Widerruf

Neben Amazon locken auch viele andere Unternehmen mit Online-Shops rund um Cyber Monday und Black Friday mit Sonderpreisen. Nicht bei allen könne man stornieren, warnt Tryba. Wer also ein Produkt erst einmal auf Verdacht kaufe, weil ihm zum Beispiel die Zeit bei befristeten Angeboten davonrenne, habe bei Missfallen nur noch die Möglichkeit zu widerrufen. „Dann fallen womöglich noch Rücksendekosten an“, so Tryba.