Berlin

„Es geht um die Verteidigung der Pressefreiheit“

Erste Rede von Verleger-Präsident Holthoff-Pförtner

Berlin. Der neue Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Holthoff-Pförtner, hat die Bedeutung der Presse als wesentliche Säule der Demokratie betont. „Wir sind Träger besonderer Werte, die wir offensiv gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vertreten“, sagte Holthoff-Pförtner am Dienstag in Berlin. Ihm gehe es nicht nur um die Meinungsfreiheit, sondern auch um die Pflicht, in der Gesellschaft wahrhaft und sorgfältig zu informieren. Dies gelte für alle Medien.

Der Gesellschafter der Funke-Mediengruppe und Anwalt äußerte sich auf dem Publishers’ Summit in Berlin. „Es geht um die Verteidigung der Freiheit der Presse“, sagte Holthoff-Pförtner. Sie schaffe die wahren Bedingungen für Deutschland, für Europa und für eine freie Zivilgesellschaft.

In diesem Zusammenhang verwies er auf das Schicksal des türkischen Journalisten Can Dündar. Der ehemalige Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“ wurde wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen zu fast sechs Jahren Haft verurteilt. Er legte Berufung gegen das Urteil ein und lebt inzwischen in Deutschland. „Wir reden über die Freiheit und die Gefährdung der Freiheit“, sagte der VDZ-Präsident. Dündar werde nur verfolgt, weil er seine Wahrheit gesagt habe und weiterhin sagen werde.

Zudem wies Holthoff-Pförtner auf die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Verlage hin. Sie sei zwingende Voraussetzung für journalistische Unabhängigkeit und damit für die Qualität der Berichterstattung. Holthoff-Pförtner wurde am vergangenen Sonntag zum neuen Präsidenten des VDZ gewählt. Er löst den Verleger Hubert Burda ab.