Ludwigshafen/Brüssel

BASF schleust 923 Millionen Euro am Fiskus vorbei

Ludwigshafen/Brüssel. BASF soll in den vergangenen fünf Jahren Geld am Fiskus vorbeigeschleust haben. Eine Studie im Auftrag der Grünen-Fraktion im Europaparlament nennt eine Summe von 923 Millionen Euro. Der größte Chemiekonzern der Welt nutzt danach Schlupflöcher aus und schlägt Kapital aus Ungleichheiten in nationalen Steuersystemen. Der Ludwigshafener Konzern bezeichnete das Papier als „nicht immer zutreffend“. BASF habe überall auf der Welt die Steuergesetze eingehalten und korrekt Steuern gezahlt.

BASF nutzt der Studie zufolge zum Beispiel, dass Malta eine großzügige Steuerbefreiung auf Dividendenerträge gewährt und die Niederlande Einkünfte aus Lizenzen und Patenten nur mit fünf Prozent besteuert. Über das niederländische Firmennetz gelangten außerdem Gewinne, die in der EU erwirtschaftet würden, in Tochtergesellschaften auf Puerto Rico und der Schweiz, so der Bericht.

BASF betonte, die Analyse unterscheide zum Beispiel nicht zwischen einzelnen operativen Geschäften des Unternehmens, der wirtschaftlichen Wertschöpfung im jeweiligen Land oder den Gründen für die niedrige Besteuerung. BASF sei aber natürlich bestrebt, die Steuerlast zu begrenzen, weil Steuern einen Kostenfaktor darstellten.

Die EU-Kommission kündigte an, den Report zu analysieren. Sie will die Steuervermeidung in Europa eindämmen. Den öffentlichen Kassen in der EU entgehen wegen Steuertricks von Unternehmen Schätzungen zufolge zwischen 50 und 70 Milliarden Euro pro Jahr.