Berlin

Dobrindt prüft Schummel-Software von Audi

Berlin. In der VW-Abgasaffäre will das Bundesverkehrsministerium neue Vorwürfe gegen die Volkswagen-Tochter Audi prüfen lassen. Das Kraftfahrt-Bundesamt sei angewiesen worden, dem Sachverhalt nachzugehen, sagte ein Sprecher am Montag. Laut „Bild am Sonntag“ hat die kalifornische Umweltbehörde Carb eine weitere Software entdeckt, die auch in Europa eingesetzt werde und CO2-Werte manipuliere.

Demnach können Modelle mit einem bestimmten Automatikgetriebe erkennen, ob sie auf einem Rollenprüfstand sind oder auf der Straße fahren. Werde das Lenkrad nicht bewegt, aktiviere sich ein Programm, das besonders wenig CO2 produziere. Betroffen seien mehrere 100.000 Fahrzeuge mit leistungsstarken Motoren. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte unterdessen Ermittlungen wegen Marktmanipulation gegen VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Investoren kritisieren den Manager, weil er Finanzvorstand war, als der Dieselskandal im September 2015 bekannt wurde. Die Staatsanwaltschaft begründete ihre Ermittlungen mit Erkenntnissen aus den laufenden Untersuchungen. Die Strafverfolger prüfen, ob VW womöglich bewusst verspätet über die finanziellen Folgen der Abgasmanipulation informierte. Ermittelt wird bereits gegen VW-Markenchef Herbert Diess und Ex-Konzernchef Martin Winterkorn.