Berlin

Nur jeder Dritte überprüft die Höhe seiner Miete

Berlin.  Nur knapp jeder dritte Mieter in Deutschland hat schon einmal mithilfe des Mietspiegels geprüft, ob er zu viel für seine Wohnung zahlt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Im Falle einer überhöhten Miete würden demnach nur 13 Prozent der Befragten gegen den Vermieter klagen.

Gemäß der vor gut einem Jahr eingeführten Mietpreisbremse darf bei neuen Verträgen die Miete nur noch zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Bislang nutzen aber nur sehr wenige Mieter ihr Klagerecht und gehen gerichtlich gegen ihre Vermieter vor. Die Gründe dafür sind laut der Umfrage vielfältig. Unter den Mietern, die nicht oder nur vielleicht klagen würden, sagten 35 Prozent, sie hätten kein Geld für eine juristische Auseinandersetzung. 15 Prozent gaben an, sie scheuten die Auseinandersetzung mit dem Vermieter. Und 13 Prozent halten fehlende Gerichtserfahrung von einem Prozess ab. In Hamburg, München, Frankfurt am Main und Stuttgart waren bis Anfang Oktober keine einschlägigen Klagen an Amtsgerichten eingegangen, wie eine dpa-Umfrage ergeben hatte. In Berlin waren es zu dem Zeitpunkt sechs. Bisher ist eine Entscheidung bekannt: Eine Mieterin erhält die zu viel gezahlte Miete zurück. Der Deutsche Mieterbund kritisierte die Mietpreisbremse auch deshalb als wirkungslos. Viele Gemeinden – darunter auch solche, in denen die Mietpreisbremse gilt – haben zudem gar keinen Mietspiegel.