Wolfsburg

Niedersachsen distanziert sich von VW-Aussagen

Wolfsburg. Aussagen von Volkswagen zur Zulässigkeit von Abschalteinrichtungen bei Dieselmotoren in Europa haben den Großaktionär Niedersachsen auf den Plan gerufen. Es sei für Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) unbestreitbar, dass die jahrelang von VW eingesetzte Software auf dem Prüfstand bessere Stickoxidwerte ausgewiesen habe als beim Betrieb auf der Straße entstanden, erklärte eine Sprecherin. „Dieses manipulative Vorgehen ist nach Auffassung des Ministerpräsidenten nicht entschuldbar, unabhängig von der Frage, ob die Software aufgrund unterschiedlicher nationaler Rechtslagen unzulässig ist oder nicht.“ In Europa seien dadurch die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten worden, in den USA sehr wohl.

VW argumentiert, bei der beanstandeten Software in den Dieselmotoren handele es sich um „keine unzulässige Abschalteinrichtung nach europäischem Recht“. Die Wirksamkeit der Abgasreinigungsanlage werde in diesen Fahrzeugen gerade nicht reduziert. VW rüste trotzdem rund acht Millionen Autos in Europa um, weil man im Kundeninteresse konstruktiv mit den Behörden zusammenarbeiten wolle. Laut „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR wolle VW durch diese Argumentation Schadenersatzzahlungen an Millionen Kunden in Deutschland und Europa entgehen.

Am Freitag erhielt der Konzern vom Kraftfahrt-Bundesamt die Freigabe zur Umrüstung von weiteren 2,6 Millionen manipulierten Dieselautos.