Kurznachrichtendienst

Twitter Deutschland will offenbar Büro in Berlin schließen

Der Konzernumbau macht auch vor Twitter Deutschland nicht Halt. Mitarbeiter sollen entlassen und das Berliner Büro geschlossen werden.

In einer umgebauten ehemaligen Brauerei, der „Factory“, hat Twitter seit 2014 in Berlin sein Büro. Anfang des Jahres wurde es vergrößert. Jetzt soll es offenbar geschlossen werden.

In einer umgebauten ehemaligen Brauerei, der „Factory“, hat Twitter seit 2014 in Berlin sein Büro. Anfang des Jahres wurde es vergrößert. Jetzt soll es offenbar geschlossen werden.

Foto: FMG

Berlin.  Die Umstrukturierungen bei Twitter haben auch auf das Deutschland-Geschäft des Kurznachrichtendienstes Auswirkungen: Nach Informationen unserer Redaktion soll das erst im Januar erweiterte Büro in Berlin schließen, ein Großteil der Mitarbeiter in Deutschland entlassen werden. Auch in der Führungsspitze um die beiden Deutschlands-Chefs Rowan Barnett und Thomas de Buhr kommt es offenbar zu Veränderungen.

Am Standort Hamburg will Twitter dagegen offenbar weiter vertreten sein. In der Hansestadt betreibt der Kurznachrichtendienst vor allem seine Vermarktung. Sprecher Holger Kersting wollte sich dazu sowie zu möglichen Entlassungen auf Anfrage unserer Redaktion nicht äußern.

Twitter seit 2012 in Berlin

In Berlin, in dem es unter anderem auch ein Studio für Live-Aktionen gibt, sollen die Angestellten am Freitag bereits mit der Räumung ihrer Arbeitsplätze begonnen haben. Seit 2012 hat Twitter ein Büro in der Hauptstadt, das stetig vergrößert worden war. 2014 war der Kurznachrichtendienst in ein Gründungszentrum umgezogen, in dem auch Start-ups wie der Musikdienst Soundcloud oder das soziale Netzwerk Pinterest sitzen. Anfang des Jahres wurden die Räumlichkeiten erweitert und öffentlichkeitswirksam eröffnet.

Twitter versucht seit längerer Zeit aus der Verlustzone zu kommen. Für das dritte Quartal meldete das Unternehmen einen Verlust von 103 Millionen US-Dollar (94 Mio Euro). Im Vorjahreszeitraum war ein Minus von 131 Millionen Dollar angefallen.

Video-App Vine wird eingestellt

Am Donnerstag verkündete der Nachrichtendienst, dass weltweit etwa 300 der 3860 Angestellten entlassen werden.Zudem kündigte Twitter an, die Kurzvideo-App Vine nach rund vier Jahren einzustellen. (bekö/law)