Kinderarbeit

Flüchtlinge werden in türkischen Fabriken ausgebeutet

Recherchen der BBC zeigen, dass Flüchtlinge und Kinder in türkischen Textilfabriken schuften – auch für bekannte Modemarken.

Diese syrischen Flüchtlingskinder haben Glück, sie können zur Schule gehen. Andere werden in Textilfabriken ausgenutzt.

Diese syrischen Flüchtlingskinder haben Glück, sie können zur Schule gehen. Andere werden in Textilfabriken ausgenutzt.

Foto: Chris McGrath / Getty Images

London.  Kinderarbeit, Zwölf-Stunden-Schichten, Dumpinglöhne. Die britische Rundfunkanstalt BBC will bei einer Recherche in türkischen Textilfabriken erschreckende Zustände festgestellt haben. Opfer der Ausbeutung seien syrische Flüchtlinge, von denen beinahe drei Millionen in der Türkei leben. Viele hätten keine Arbeitserlaubnis und seien auf die illegale Beschäftigung angewiesen, berichtete die BBC am Montag.

Produziert würden unter solchen Umständen für Marken wie Zara, Mango, Marks and Spencer und den Online-Händler Asos, hieß es. Die Modeanbieter wiesen die Vorwürfe allesamt zurück. Ein Sprecher der Warenhauskette Marks and Spencer sagte dem BBC-Bericht zufolge, alle seine Lieferanten seien vertraglich verpflichtet, die ethischen Standards des Unternehmens einzuhalten. Man nehme die Hinweise aber „sehr ernst“.

Menschenrechtler fordern mehr Überwachung

Der Online-Händler Asos gestand ein, dass Kleidung ohne Wissen des Unternehmens in einer Fabrik hergestellt worden sei, die Flüchtlinge, darunter auch Kinder, beschäftigte. Asos verpflichtete sich, die in der Fabrik angetroffenen Flüchtlinge zu unterstützen.

Menschenrechtlern wie Danielle McMullan von der Organisation Business and Human Rights Resource Centre reicht das nicht. „Es ist nicht genug zu sagen, wir wussten nichts davon, es ist nicht unsere Schuld“, sagte er der BBC. Die Modehersteller hätten eine Pflicht zu überwachen und zu verstehen, wo und unter welchen Bedingungen ihre Kleider hergestellt würden. (dpa)