Berlin

Kaiser’s: Markant zieht Klage gegen Fusion zurück

Berlin. Im Ringen um die Zukunft von Kaiser’s Tengelmann hat der Eigentümer der Supermarktkette, Karl-Erivan Haub, einen weiteren Fortschritt erzielt. Nach dem Discounter Norma habe sich auch der Konkurrent Markant zur Rücknahme der Klage gegen die Ministererlaubnis für einen Verkauf der rund 400 Filialen an Edeka bereiterklärt, teilte Haub am späten Sonntag mit. Damit hätten „zwei der drei Beschwerdeführer innerhalb der letzten vier Tage den Weg frei gemacht zur Rettung der 16.000 Arbeitsplätze bei Kaiser‘s Tengelmann“, sagte der Unternehmer. Über Details ihrer Abmachung vereinbarten Seiten Stillschweigen, hieß es.

Vollzogen werden kann die Übernahme aber auch weiterhin nicht, solange der Edeka-Rivale Rewe als dritter Kläger an seiner Beschwerde gegen die Ministererlaubnis festhält. Die Hürden für eine Einigung mit Rewe scheinen weiterhin sehr hoch. Während Haub eine Gesamtübernahme aller Kaiser’s-Märkte durch Edeka präferiert, erteilte Rewe-Chef Alain Caparros vor wenigen Tagen einer solchen Lösung eine klare Absage. In einem Interview kündigte er an, die Klage nur zurückzuziehen, wenn sein Unternehmen „einen großen Teil des Filialnetzes“ von Kaiser’s Tengelmann bekomme. Mit Geldzahlungen sei dieses Problem nicht zu lösen.

Ein Vollzug der Ministererlaubnis würde für alle Beschäftigten der Supermarktkette eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie bedeuten. Kaiser’s Tengelmann betreibt im Raum Berlin sowie in Bayern und Nordrhein-Westfalen noch 400 Filialen. Die Kette schreibt seit Jahren rote Zahlen. Haub hatte sie an Edeka verkaufen wollen, dies wurde jedoch vom Bundeskartellamt gestoppt.