London

Neuer Tabakriese: BAT greift nach Reynolds

London. Der britische Zigarettenhersteller British American Tobacco (BAT), zu dem unter anderem die Marke Lucky Strike gehört, will für 47 Milliarden Dollar den US-Rivalen Reynolds übernehmen. Das teilte BAT am Freitag mit. Reynolds bestätigte das Angebot. Das Unternehmen wolle dies nun prüfen. BAT ist bereits mit 42,2 Prozent an Reynolds beteiligt. Das US-Unternehmen stellt unter anderem die Zigarettenmarke Camel her. Mit der vollständigen Reynolds-Übernahme würde BAT zum weltgrößten börsennotierten Tabakkonzern aufsteigen.

BAT-Chef Nicandro Durante betonte, die Kombination der beiden Unternehmen stärke das Geschäft für die Zukunft. Neben Camel und Lucky Strike wären dann auch die Marken Pall Mall, Dunhill sowie Newport und Rothmans unter einem Dach vereint. BAT bietet den Reynolds-Aktionären 56,50 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs von Donnerstag. Vom Kaufpreis sollen rund 20 Milliarden Dollar in bar überwiesen werden, die übrigen 27 Milliarden Dollar in Form von BAT-Aktien fließen.

Obwohl die Branche immer strengeren Auflagen zum Gesundheitsschutz unterliegt – so müssen die Hersteller in der EU seit einigen Monaten Schockbilder auf Zigaretten- und Tabakpackungen anbringen –, konnte BAT seinen Umsatz in den ersten neun Monaten dieses Jahres um gut acht Prozent steigern.