Jerusalem

Deutsch-israelische Kooperation gegen Cyberattacken

Jerusalem. Ein deutsch-israelisches Forscherteam will neue Lösungen zum Schutz vor Cyberattacken entwickeln. Am Fraunhofer Projektzentrum für Cybersicherheit an der Hebräischen Universität in Jerusalem arbeiten seit vergangenem Jahr deutsche und israelische Experten zusammen. „Der Hauptpunkt ist, alles was wir machen, soll in der Praxis angewandt werden“, sagt der deutsche Direktor Michael Waidner.

Viel theoretische Forschung zu Kryptographie, der Verschlüsselung von Informationen, werde bislang nicht genutzt. „Der Großteil der Systeme ist nicht geschützt“, sagt die technische Leiterin Haya Shulman. Mehr als 92 Prozent von Netzwerken, die sie untersucht hätten, hätten Schwachstellen gehabt. Daten könnten leicht ausgespäht oder verändert werden, ohne dass Nutzer etwas davon mitbekämen.

Die deutsche Regierung setzt große Hoffnungen in das Projekt. Laut Bundesinnenministerium soll die Kooperation dazu beitragen, die Cyber-Sicherheit in beiden Ländern zu erhöhen. Deutschland und Israel würden dabei künftig noch enger zusammenarbeiten.

Die Forscher kommen vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt sowie von verschiedenen israelischen Universitäten. Das Zentrum kooperiert laut Waidner sowohl mit dem deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als auch mit dem Nationalen israelischen Cyber-Büro.