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Nach Note-7-Debakel: Samsung rechnet mit Gewinneinbruch

Das Debakel um das Galaxy Note 7 schlägt ins Kontor: Samsung reduzierte nun seine Umsatzprognose. Auch der Gewinn fällt niedriger aus.

Am Dienstag hatte Samsung sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 vom Markt genommen.

Am Dienstag hatte Samsung sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 vom Markt genommen.

Foto: Lynn Bo Bo / dpa

Seoul.  Samsung rechnet wegen der Krise bei seinem Smartphone Galaxy Note 7 schon im Sommer mit deutlich weniger Gewinn. Der Hersteller schraubte seine Prognose für die Ergebnisse des eben zu Ende gegangenen dritten Quartals deutlich zurück.

Der südkoreanische Konzern rechnet für das vergangene Jahresviertel nun mit einem operativen Ergebnis von 5,2 Billionen Won (4,2 Mrd Euro) statt der zuvor erwarteten 7,8 Billionen Won. Die Umsatzprognose wurde am Mittwoch von 49 auf 47 Billionen Won reduziert. Die vorherige Schätzung hatte Samsung erst vergangene Woche veröffentlicht.

Galaxy Note 7 endgültig vom Markt genommen

Es ist das erste Mal, dass Samsung einen wirtschaftlichen Effekt der Krise beziffert. Samsung Electronics ist nicht nur Smartphone-Marktführer, sondern auch der weltgrößte Hersteller von Speicherchips und Fernsehern. Analysten gehen davon aus, dass das Geschäft mit Halbleitern und Verbraucherelektronik die Folgen der Note-7-Krise etwas abfedern kann.

Der Konzern hatte am Dienstag sein Pannen-Smartphone Galaxy Note 7 endgültig vom Markt genommen, nachdem auch vermeintlich sichere modifizierte Geräte in Brand gerieten. Seit Anfang September lief bereits eine weltweite Umtauschaktion für die erste Version. Analysten hatten ursprünglich damit gerechnet, dass Samsung auch nach dem ersten Rückruf noch rund zwölf Millionen Note-7-Geräte verkaufen könnte.

Vertrauen der Verbraucher womöglich beschädigt

Als mögliche Ursache für die jüngsten Brände werde nun ein Fehler auch in den neuen Batterien für die Geräte vermutet, berichtete der Finanzdienst Bloomberg. Darauf wiesen erste Erkenntnisse aus der Untersuchung der Zwischenfälle hin. Sie seien nicht mehr von der Samsung-Firma SDI, sondern von der chinesischen Firma Amperex Technology gefertigt worden, einer Tochter des japanischen Konzerns TDK. Als Quelle wurde eine Person mit Kenntnis der Gespräche zwischen Behörden und Samsung genannt. Der Konzern selbst äußerte sich bisher nicht zu den Ursachen der Brände.

Noch nie zuvor musste ein großer Hersteller wie Samsung ein Smartphone vom Markt nehmen, weil es gefährlich ist. Analysten diskutieren nun darüber, ob auch die bisher erfolgreiche Note-Produktreihe insgesamt überhaupt noch fortgeführt werden kann, weil das Vertrauen der Verbraucher beschädigt sein könnte. (dpa)