Istanbul

Russland uneins über Kürzung der Ölförderung

Istanbul. Russland unterstützt das Ölkartell Opec möglicherweise doch nicht dabei, die Fördermenge zu kürzen. Energieminister Alexander Nowak sagte am Dienstag, er wolle sich nicht an einer Drosselung beteiligen. Denkbar sei allenfalls, die Produktion auf dem bestehenden Niveau einzufrieren. Das allerdings geht auch dem Chef von Rosneft, dem größten russischen Ölkonzern, zu weit. „Warum sollten wir das tun?“, sagte Igor Setschin. Rosneft steuert etwa zwei Fünftel zur gesamten Ölfördermenge Russlands bei.

Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt den Schulterschluss mit den Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) gesucht und eine Obergrenze in Aussicht gestellt. Ein Kreml-Sprecher sagte, Bedingung für eine Kooperation sei, dass sich die Opec-Staaten auf konkrete Schritte einigten.

Die Opec hatte sich im September für eine Förderbegrenzung ausgesprochen, um die Ölflut einzudämmen und die damit verbundenen niedrigen Preise anzuheben. Einzelheiten sollen im November festgelegt werden. Im September dürften die Opec-Staaten so viel Öl gefördert haben wie seit Langem nicht mehr. Auch in Russland, der weltweiten Nummer eins auf dem Ölmarkt, laufen die Pumpen auf Hochtouren, täglich waren es mit 11,1 Millionen Fass so viel wie seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion nicht mehr. Derzeit kostet ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent knapp 53 Dollar.