Warschau

Milliarden-Deal mit Polen geplatzt – Airbus empört

Warschau. Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat empört auf das Platzen eines milliardenschweren Helikopter-Deals mit Polen reagiert. „Noch nie wurden wir von einem Regierungskunden in ähnlicher Art behandelt wie jetzt durch die polnische Regierung“, sagte Konzernchef Tom Enders. „Airbus beabsichtigte, im großen Stil in Polen zu investieren und wollte zum Aufbau einer wettbewerbsfähigen Luft- und Raumfahrtindustrie im Land beitragen. Doch Polens Regierung hat uns die Tür vor der Nase zugeschlagen.“

Polen hatte seit vergangenem Jahr mit Airbus über den Kauf von 50 Caracal-Militärhubschraubern zum Preis von gut drei Milliarden Euro verhandelt. Die Regierung in Warschau brach die Gespräche vergangene Woche aber ab und will nun Hubschrauber des amerikanischen Modells Black Hawk aus Fabriken in den polnischen Städten Mielec und Swidnik kaufen. Dort befinden sich Werke der Airbus-Konkurrenten Sikorsky und Leonardo. Laut Verteidigungsminister Antoni Macierewicz sollen in den nächsten Jahren 21 Hubschrauber geliefert werden, zwei bereits in diesem Jahr.

Airbus unterstrich in einem offenen Brief an die polnische Regierung, dass der Konzern die Hubschrauber vollständig in Polen herstellen wollte. Man sei zum Bau einer Fabrik bereit gewesen, die zu 90 Prozent in polnischem Staatsbesitz gewesen wäre. Die bestehenden Fabriken gehörten dagegen komplett den ausländischen Herstellern.