Berlin

Siegen hängt Berlin bei Recyclingpapier ab

Berlin. Den Unterschied macht schon ein DIN-A4-Blatt Recyclingpapier: Wer darauf schreibt, statt auf herkömmlichem Papier, spart ein halbes Glas Wasser und die Energie für eine große Tasse Kaffee. Das sei ein „einfacher Weg, wie jeder von uns zu einer schonenden Verwendung wertvoller Ressourcen beitragen kann“, sagt Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, „man muss es nur wollen.“ Die SPD-Politikerin zeichnete in Berlin die recyclingpapierfreundlichsten deutschen Städte aus.

Sieger dieses Jahr ist Siegen vor Solingen und Leverkusen. Sie alle nutzen zu 100 Prozent Recyclingpapier für ihren Schriftverkehr. Zusätzlich gab es Sonderpunkte, etwa, wenn die Hausdruckerei Recyclingpapier verwendet, oder für besondere begleitende Maßnahmen. Unter den Millionenstädten liegt Berlin mit einer Quote von 100 Prozent vor München (96,17 Prozent), Köln (96,01) und Hamburg (76,25).

Ausgerichtet wird der Wettbewerb von der Initiative „Pro Recyclingpapier“ zusammen mit Bundesumweltministerium, Bundesumweltamt, Deutschem Städtetag und Städte- und Gemeindebund. 91 der 123 größten Städte machten mit. Im Schnitt lag bei ihnen der Anteil von Recyclingpapier, genauer: von Papier mit dem Umweltzeichen Blauer Engel, bei 85 Prozent. Die Verwaltungen, Schulen und Hausdruckereien der Städte verbrauchten 2015 rund 3,1 Milliarden DIN-A4-Blätter.

Für das Blaue-Engel-Papier wird kein Holz oder keine Zellulose genutzt. Es ist zu 100 Prozent aus Altpapier. Die Produktion spart bis zu 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser. Obendrein werden weniger Chemikalien in der Produktion benötigt.