Frankfurt/Main

Deutsche Bank an der Börse weiter unter Druck

Bislang keine Einigung im Rechtsstreit mit der US-Justiz

Frankfurt/Main. Die Anleger der Deutschen Bank müssen weiter auf eine Einigung im Streit der Bank mit den US-Justizbehörden warten. Die Enttäuschung darüber drückte die Aktie von Deutschlands größtem Geldhaus am Montag abermals deutlich ins Minus: Das Papier sackte zeitweise um 3,8 Prozent auf 11,64 Euro ab. Im Handelsverlauf erholte sich die Aktie allerdings deutlich und schloss am Ende mit mehr als drei Prozent im Plus. Die Hoffnung auf eine Einigung war dadurch genährt worden, dass Deutsche-Bank-Chef John Cryan vergangene Woche am Rande der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington auch Vertreter des US-Justizministeriums getroffen hatte.

Cryan will den Streit um faule Hypothekenpapiere möglichst bis zur US-Wahl Anfang November beilegen. Finanzkreisen zufolge gibt es bislang aber keinen Durchbruch in den Verhandlungen. Völlig offen ist zudem, ob die Bank die Strafe wie erhofft drücken kann. Das US-Justizministerium hat 14 Milliarden Dollar aufgerufen. Das übersteigt die Rückstellungen deutlich, und viele andere Rechtsstreitigkeiten köcheln noch.

Da ist vor allem die Aufarbeitung der Geldwäscheaffäre in Russland: Kunden sollen Rubel-Schwarzgeld im Wert von umgerechnet etwa zehn Milliarden Dollar über die Bank gewaschen haben. Um die Lage zu beruhigen, hatte die deutsche Finanzaufsicht Bafin in der vergangenen Woche schon angedeutet, dass sie der Bank nur eine Verbesserung ihrer Risikosysteme auferlegen wolle.

Aber auch in diesem Fall haben sich das Justizministerium der USA und die New Yorker Finanzbehörde eingeschaltet. Sie wollen herausfinden, ob diese Geldwäsche gegen Sanktionen der USA verstoßen haben könnte. Sollte das der Fall sein, würde dies eine mögliche Strafe wieder deutlich erhöhen.

Eine Kapitalerhöhung möchte der Deutsche-Bank-Chef vermeiden. Denn dies bedeutet für die Alt-Aktionäre eine Verwässerung ihres Anteils. Doch die Ungeduld wächst, denn mit dem Umbau der Bank geht es den Investoren viel zu langsam voran. Nun scheint kaum noch etwas unmöglich: Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Bank, brachte kürzlich in einem Interview sogar deren Verkauf an eine US-Bank ins Spiel.