Düsseldorf

Gehaltsabstand zwischen Chef und Mitarbeitern steigt

Düsseldorf. Topmanager der 30 größten börsennotierten deutschen Firmen verdienen im Mittel 57-mal so viel wie der Durchschnitt aller weltweit Beschäftigten ihrer Firma. Die Bandbreite des Verdienstunterschieds reichte bei den Unternehmen aus dem Deutschen Aktienindex Dax 2014 vom 17-Fachen bei Beiersdorf (Nivea, Tesa) bis zum 141-fachen bei Volkswagen, heißt es in einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Um große Gehaltsunterschiede abzubauen, empfehlen die Studienautorinnen eine Veröffentlichungspflicht.

Die Studie betrachtet die sogenannte Manager to Worker Pay Ratio. Die Autorinnen Marion Weckes und Qendresha Berisha verglichen dafür die Gesamtaufwendungen für das Personal weltweit in den Geschäftsberichten der 30 Dax-Unternehmen für 2005, 2008, 2011 und 2014. Angaben nur für Beschäftigte in Deutschland waren nicht durchgängig verfügbar.

Verdienten Vorstandsmitglieder 2005 noch durchschnittlich 42-mal so viel wie Beschäftigte, war es 2011 das 62-Fache und 2014 das 57-Fache. Konzerne mit einem hohen Gehaltsunterschied hätten oft hohen Umsatz, Gewinn und Beschäftigungswachstum, heißt es in der Studie. Dieser Zusammenhang gelte aber nicht immer. So steige die Relation zwischen Vorstands- und Beschäftigtengehältern auch, wenn eine Firma Neueinstellungen niedriger entlohne oder Beschäftigung ins Ausland verlagere.