Wirtschaft

Großer Wandel

Glanz Die Deutsche Bank ist das größte private Kreditinstitut der Bundesrepublik und das einzige mit internationalem Auftritt. Im Zuge der Finanzkrise nach 2008 hat das Institut einiges von seinem alten Glanz eingebüßt. Die Zeiten, als der Chef der Deutschen Bank noch eine Art graue Eminenz der Deutschland AG war, sind vorbei. Das Institut ist aber immer noch der wichtigste Partner der deutschen Industrtie.

Sanierung Derzeit lenkt der Brite John Cryan das Unternehmen. er hat ihm einen Sparkurs verordnet, das Investmentbanking gestutzt, streicht das Filialnetz zusammen und schrumpft die Belegschaft um 9000 auf 92.000 Mitarbeiter weltweit. Zudem will sich der Konzern von der Postbank trennen, findet derzeit aber keinen Käufer. Vieles hat sich im Unternehmen schon verändert, die Übermacht der vergleichsweise arroganten Investmentbanker ist gebrochen, der Umgang lockerer geworden, wie Mitarbeiter sagen.

Vergleiche Eine der größten Baustellen des Unternehmens sind die rund 6000 Rechtsstreitigkeiten, die das Management der vergangenen Jahre hinterlassen hat. Cryan versucht, Vergleiche auszuhandeln. Das war bisher recht teuer. Im April 2015 zahlte sie wegen Verstrickungen in den Skandal um den Libor-Zins 2,5 Milliarden Dollar in den USA und Großbritannien. Nach mehr als zehn Jahren Streit überwies die Bank im Februar 2014 rund 925 Millionen Euro an die Erben des Medienunternehmers von Leo Kirch. Drei Monate zuvor kassierten die USA 1,9 Milliarden Dollar wegen windiger Hypothekengeschäfte der Bank.

Zahlen Die Deutsche Bank erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Ertrag von 33,5 Milliarden Euro, allein der Zinsüberschuss betrug mehr als 15 Milliarden Euro. Wegen hoher Rückstellungen wies der Konzern einen Verlust von 6,8 Milliarden Euro aus.