Berlin

Viele Unternehmen planen nicht mit Frauen im Vorstand

Berlin. Mehr als zwei Drittel der großen börsennotierten deutschen Unternehmen sehen in der Berufung von Frauen in Spitzenpositionen einer Studie zufolge keine vordringliche Aufgabe. Von den 160 Unternehmen, die im Dax, MDax, SDax und TecDax notiert sind, hätten 110 keine Ziele veröffentlicht oder sich eine Zielgröße von null gesetzt, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der AllBright Stiftung hervorgeht. Dem Bericht zufolge begründeten viele Unternehmen die niedrige Zielsetzung mit Verträgen, die über die gesetzlich festgelegte Frist vom 30. Juni 2017 hinausgingen.

Im Mai 2015 trat das Gesetz für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Führungspositionen in Kraft. Eine Frauenquote von 30 Prozent gilt für Neubesetzungen in Aufsichtsräten von rund 150 großen Firmen. Etwa 3500 weitere Unternehmen mussten bis zum 30. September 2015 konkrete Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in ihrer obersten Führungsebene bis zum 30. Juni 2017 festlegen.

Der Studie der AllBright Stiftung zufolge sind derzeit (Stichtag 1. September) 6,5 Prozent der 675 Vorstände in deutschen börsennotierten Unternehmen Frauen. Unterm Strich bedeutet dies in diesem Jahr einen Zuwachs von sieben Frauen in den Führungsgremien. Setze sich die Entwicklung in diesem Tempo fort, gebe es erst im Jahr 2050 einen Frauenanteil von 40 Prozent in den Vorständen, erklärte die Stiftung.