Fusion

Kaiser's Tengelmann will in NRW Dutzende Filialen schließen

Die Pläne zur Schließung vieler Märkte von Kaiser’s Tengelmann werden konkreter. In NRW könnten 80 Supermärkte geschlossen werden.

Neben Bayern und Berlin ist auch NRW betroffen. Unzählige Märkte könnten hier aufgegeben werden.

Neben Bayern und Berlin ist auch NRW betroffen. Unzählige Märkte könnten hier aufgegeben werden.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Düsseldorf.  Die Pläne für die Zerschlagung der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann treffen einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge vor allem die Mitarbeiter in Nordrhein-Westfalen hart. Wie eine mit der Sache vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag sagte, sollen allein in NRW dutzende Filialen geschlossen werden. 3000 der 4000 Mitarbeiter in dem Land würden ihren Job verlieren, schreibt das Blatt.

Das Konzept soll am kommenden Freitag im Aufsichtsrat beraten werden und ist die Antwort auf die bisher von Gerichten gestoppte Übernahme der Kette durch Edeka. Auch in Berlin und in Bayern werde es zu Schließungen und Kündigungen kommen.

18 Filialen sollen aufgegeben werden

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, Dutzende unrentable Filialen zu schließen. Demnach sollen zusätzlich zu 16 bereits geschlossenen Filialen 18 weitere aufgegeben werden, weil sie wirtschaftlich schon jetzt nicht mehr zu retten seien. Die meisten sollen zum Jahresende schließen. Auch für 46 Filialen, die eigentlich Edeka übernehmen und fortführen wollte, gibt es den Plänen zufolge ohne den Verkauf keine Zukunft.

Grund für die Misere ist die festgefahrene Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Marktführer Edeka. Der Zusammenschluss liegt derzeit auf Eis und wird vor Gericht geklärt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte mit einer Ministererlaubnis ein Veto des Kartellamts gegen die umstrittene Fusion ausgehebelt.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte diese Ministererlaubnis, gegen die Wettbewerber wie Rewe vorgegangen waren, dann gestoppt. Edeka und Gabriel sind anschließend vor den Bundesgerichtshof (BGH) gezogen. Der BGH will am 15. November eine erste Entscheidung treffen. (dpa)