London

Briten machen Weg frei für umstrittenes Atomkraftwerk

London. Nach jahrelanger Debatte hat die britische Regierung dem Bau des umstrittenen Atomkraftwerks Hinkley Point zugestimmt. Die Regierung von Premierministerin Theresa May formulierte allerdings Bedingungen. Generalunternehmer ist der französische Energiekonzern EDF. Die Franzosen dürfen ihre Beteiligung demnach nicht verkaufen, ohne dass die britische Regierung zustimmen muss und eingreifen kann.

Paris begrüßte die Entscheidung als eine gute Nachricht für die französische Nuklearindustrie. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kommentierte. „Am Ende hat sich nicht energiewirtschaftliche Vernunft durchgesetzt, sondern die Interessen der Atomlobby und der beteiligten Investoren.“

Das Projekt mit zwei Reaktoren an der Westküste Englands soll nach letzten Angaben rund 21,5 Milliarden Euro kosten, ein Drittel soll der chinesische Partner China Nuclear Power Corporation übernehmen. Im März war EDF-Finanzchef Thomas Piquemal zurückgetreten, weil er Zweifel hatte, ob EDF die Milliardeninvestition stemmen kann.

EDF gehört dem französischen Staat. Der Konzern musste im vergangenen Jahr deutliche Gewinneinbußen hinnehmen und will bis 2018 fünf Prozent seiner Arbeitsplätze in Frankreich streichen. Zudem hat der Konzern die Technik nicht recht im Griff. Der neue Reaktor im normannischen Flamanville hat sich deutlich verteuert und liegt Jahre hinter den Planungen zurück.